Do, 21. März 2019
12.03.2019 16:53

Nach zwei Abstürzen

Europa schließt Luftraum für die Todes-Boeing!

Nach dem tödlichen Flugunglück in Äthiopien, das offenbar auf ein Softwareproblem des Modells Boeing 737 Max zurückzuführen ist, dürfen Maschinen dieses Typs ab 20 Uhr nicht mehr im europäischen Luftraum fliegen. Nachdem einige Länder mit dieser Entscheidung vorgeprescht waren, kündigte am Dienstagnachmittag auch Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) gegenüber der „Krone“ an, dass das umstrittene Modell ab Mitternacht nicht mehr auf heimischem Boden starten und landen dürfe - siehe Video oben von der Pressekonferenz am Abend. Am Abend gab die Europäische Luftfahrtbehörde EASA bekannt, das sie alle Flüge des Tys einstellt.

Ab 20 Uhr dürfen keine Maschinen des Typs 737 Max 8 und 737 Max 9 mehr über Europa fliegen. Das gab die EASA in einer Aussendung und auch in sozialen Medien bekannt.

Auch in andere Ländern gibt es Restriktionen für den Flugzeugtyp Boeing 737 Max 8 oder gar die gesamte Serie der 737-Max-Maschinen: In China, Indonesien, Singapur, Australien, Malaysia und dem Oman dürfen diese weder starten noch landen. 

Zahlreiche Fluglinien ziehen Maschinen freiwillig aus dem Verkehr
Seit Montag haben sich mehrere Fluggesellschaften freiwillig entschieden, die Maschinen vorsichtshalber auf dem Boden zu lassen. Dazu gehören die von der Katastrophe am Sonntag betroffenen Ethiopian Airlines (vier Flugzeuge), die mexikanische Aeromexico (sechs), Aerolineas Argentinas (fünf), Cayman Airways aus der Karibik (zwei), die südkoreanische Airline Eastar (zwei), die brasilianische Gesellschaft Gol (sieben), Südafrikas Comair (eins) und auch die Fluggesellschaft Norwegian (18). Als sich die Lage zuspitzte, beschloss Turkish Airlines, alle ihre Flugzeuge des Typs, die bereits gestartet waren, wieder nach Istanbul umkehren zu lassen, berichtete „Flightradar24“.

Der weltgrößte Reisekonzern Tui stoppte nach dem Flugverbot für die Boeing 737 Max 8 in Großbritannien alle Flüge mit dem umstrittenen Flugzeugtyp. Der Schritt umfasse alle Fluggesellschaften des Konzerns, teilte ein Unternehmenssprecher am Dienstag mit. Kunden, die von diesem Mittwoch an auf Flüge mit einer der 15 Boeing-Max-Maschinen gebucht sind, will der Konzern auf seiner Internetseite über Änderungen der Reisepläne informieren. Die Maschinen des betroffenen Typs der deutsch-britischen Fluggesellschaft sind in Großbritannien und den Benelux-Staaten stationiert.

Minister Hofer: „Eine Sache, die schwerwiegend ist“
Verkehrsminister Hofer verwies am Rande einer Pressekonferenz am Dienstag darauf, dass in Österreich stets jedes einzelne Flugzeug gecheckt wird. Im Fall der Boeing 737 Max 8 dürfte es Probleme bei der Software geben, meinte Hofer. Dabei handle es sich jedenfalls um „eine Sache, die schwerwiegend ist“ und für Boeing noch „ein großes Problem“ werde. Allerdings geht der Minister davon aus, dass der Flugzeughersteller dieses „rasch in den Griff bekommt“. Wenig später fällte er schließlich die Entscheidung, den heimischen Luftraum für das Modell zu sperren.

Neben Imageverlust drohen Boeing auch Geschäftseinbußen
Die Boeing 737 ist das meistverkaufte Verkehrsflugzeug der Welt. Die 737-Max-Reihe ist die neueste Variante des Verkaufsschlagers. Der US-Hersteller hat bereits mehr als 350 Maschinen ausgeliefert und sitzt auf prall gefüllten Auftragsbüchern mit Tausenden Bestellungen. Dem Unternehmen droht nicht nur eine schwere Imagekrise: Bei andauernden Problemen könnten auch massive Umrüstungskosten und Geschäftseinbußen drohen.

An der Börse ließ der große Ausverkauf der Boeing-Aktie zwar nach, doch die Nervosität der Anleger bleibt hoch. Im frühen US-Handel fiel der Kurs am Dienstag um rund fünf Prozent. Die Papiere des europäischen Erzrivalen Airbus profitierten hingegen leicht, hier näherte sich der Kurs mit einem Plus von gut einem Prozent dem Rekordhoch vom 1. März.

Ein Drittel aller 737 Max 8 bleiben mittlerweile am Boden
Die Verbote wurden ausgesprochen, weil es in weniger als fünf Monaten zwei tödliche Unfälle mit Flugzeugen dieses Typs gegeben hatte. Etwa die Hälfte der rund 350 seit 2017 ausgelieferten Maschinen bleibt infolge des Flugzeugabsturzes einer 737 Max 8 in Äthiopien am Sonntag mit 157 Toten inzwischen am Boden.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Mörtels neue Liebe
Lugner: „Moni und ich schlafen noch getrennt“
Video Show Adabei-TV
Klassiker als Realfilm
Elefantastische Preise zum Kinostart vom „Dumbo“
Gewinnspiele
Zugfenster zerstört
Lauter Knall in ÖBB-Garnitur sorgt für Aufregung
Niederösterreich
„Krone“-Deal der Woche
Geheimtipp: Jetzt Luxusurlaub in Tirol erleben!
Reisen & Urlaub

Newsletter