28.02.2010 19:18 |

Ernster Hintergrund

Verein will Gemeinderätin per "Miss"-Wahl finden

Nach dem Motto: "Was in Italien funktioniert, kann auch bei uns klappen", will ein Verein für Job-Suchende in den Wiener Gemeinderat einziehen. Die Spitzenkandidatin wird mittels öffentlicher "Miss"-Wahl ermittelt. Kommt die Schöne in den Landtag, winkt eine satte Politikergage. Bewerberinnen werden noch gesucht. Das Anforderungsprofil: Mindestalter 20 Jahre, gute Umgangformen, hohes Allgemeinwissen sowie österreichische Staatsbürgerschaft.

"In Italien oder einigen osteuropäischen Staaten punkten Parteien mit extrem attraktiven Kandidatinnen. Warum soll das nicht auch bei uns klappen?", meint Karl Stehlik. Er steht dem Verein Arbeitslosenmafia ("Den Namen merkt sich halt jeder") vor, der im Herbst in einem Wiener Wahlkreis antritt.

Die "Miss Gemeinderat" wird am 30. April (Tag der Arbeitslosen) gekürt. Der Laufsteg soll am oder im Umfeld des Wiener Rathausplatzes stehen. Es soll ein Spektakel mit Volksfestcharakter werden.

"Arbeitslose haben keine Lobby"
"Sollten sich Sponsoren finden, dürfen sie die Juroren stellen. Sonst wählen Vereinsmitglieder", meint Stehlik. So amüsant das Ganze vielleicht klingen mag, so hat es doch einen ernsten Hintergrund. Menschen ohne Job, so Stehlik, würden sich von der Politik nicht vertreten fühlen. Denn: "Arbeitslose haben keine Lobby. Sie zeigen ihr Leid nicht öffentlich auf, weil sie sich schämen. Das wollen wir ändern."

von Alex Schönherr, Kronen Zeitung
Symbolbild

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