So, 17. Februar 2019
11.02.2019 08:30

Polizei-Not

Regelbetrieb nur dank Überstunden möglich

Es sind Zahlen aus dem Innenministerium, die man nicht wegdiskutieren kann: Mit 14,2 Prozent unter dem Personal-Sollstand rangierte Salzburg im Oktober 2018 noch als Schlusslicht in Österreich, was die Polizei-Beamten betrifft. Überall fehlen Beamte, auch wenn Salzburgs Polizei-Spitze nicht müde wird zu beteuern: Noch nie gab es so viele Polizistinnen und Polizisten wie heute!

15 Prozent Überstunden gilt es bei der Salzburger Polizei auf Minister-Weisung hin einzusparen. „Das heißt 30 bis 40 Beamte weniger im Außendienst“, rechnet FSG-Gewerkschafter Walter Deisenberger vor.

Doch nur Dank der Überstunden ist ein Regel-Betrieb überhaupt möglich. Denn nur für ein so genanntes Plandienst-Wochenende pro Monat können Polizisten verpflichtet werden. Am Beispiel der Inspektion St. Johann: Dort gibt es 23 Beamte, elf von ihnen sind für einen Wochenend-Dienst nötig. Nach zwei Wochenenden müsste man eigentlich die restlichen zwei die Inspektion zusperren.

Überall bräuchte man dringend Personal, das geht aus internen Aufstellungen hervor: In Anif kann man nur einen Streifenwagen losschicken, obwohl eigentlich eine weitere Streife sowie ein ständiger Kriminaldienst notwendig wäre. Bergheim bräuchte vier weitere Beamte, in Lamprechtshausen „ist der Dienstbetrieb nur durch Zuteilungen von außen aufrecht zu erhalten.“ In Eugendorf fehlen auf die 20 Planstellen gleich sechs, in Strobl gibt es statt sieben nur fünf Polizisten. „So lässt sich dort der Dienstbetrieb nicht aufrecht erhalten“, steht es im Polizei-Papier vom Dezember 2018.

An den Minister gerichtet warnen die sechs Salzburger Bezirkskommandanten der Polizei: „Die aktuelle Einsparungsvorgabe geht jedoch in jedem Bezirk so auf die Substanz, dass Einsparungen nur mehr durch Streichung von Außendiensten möglich sein werden.“ Der Brief stammt vom 15. Jänner 2019.

Salzburgs Landespolizeidirektor Franz Ruf wird nicht müde zu beteuern: „Wir hatten noch nie so viele Polizisten wie jetzt.“

Wolfgang Weber
Wolfgang Weber

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Rezepte
Hirnnahrung im Alltag
Gesund & Fit
Nach Regierungs-Trick
Ökostrom-Streit: Polit-Spielchen gehen weiter
Österreich
Unterstützung benötigt
Amtsschimmel wiehert nach Geburt von Drillingen
Österreich
Primera Division
Messi-Elfer reicht: Barcelona besiegt Valladolid!
Fußball International
Deutsche Bundesliga
Sabitzer-Tor bei Sieg für gnadenloses RB Leipzig!
Fußball International
Zu prüde für Bibi
Iran-TV strich Bayern-Kick, weil Steinhaus pfiff!
Fußball International
Deutsche Bundesliga
Werder „klaut“ in letzter Sekunde Remis in Berlin!
Fußball International
Fotos ärgern Zaniolo
Roms „Wunderkind“ zu Mutter: „Hör auf, du bist 40“
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.