15.02.2010 09:05 |

Verurteilter Mörder

Steirer soll seinen Neffen mehrfach vergewaltigt haben

Nach jahrelanger Ruhe rund um eine amtsbekannte Familie in der Obersteiermark ist am Sonntag ein weiterer tragischer Fall ans Licht gekommen: Ein 55-jähriger, der wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, aber bedingt entlassen worden war, soll seinen heute 27-jährigen Neffen jahrelang vergewaltigt und mit Schlägen gefügig gemacht haben. Der Verdächtige wurde am Wochenende verhaftet.

Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen im Jahr 1986 wegen Mordes verurteilten Mann aus dem Bezirk Knittelfeld. Laut Raimund Sattler vom Landeskriminalamt hatte der Verdächtige im Alter von 30 Jahren gemeinsam mit seinem 20-jährigen Bruder einen 21-jährigen Soldaten aus nichtigem Anlass brutal mit einem Ziegelstein ermordet. Nach 22 Jahren Haft wurde der ältere der beiden Brüder im Jahr 2007 bedingt mit zehn Jahren Probezeit aus der Haft entlassen.

Opfer traute sich nicht auszusagen
Bereits bei ersten Haftfreigängen 2007 soll sich der heute 55-Jährige an seinem Neffen vergangen haben. Das Opfer hatte damals sogar Anzeige gegen den Verdächtigen erstattet, doch danach aus Angst nicht ausgesagt. Die Klage wurde fallen gelassen. Als der mutmaßliche Täter dann aus dem Gefängnis in den Familienwohnsitz zog, der laut Ermittlern eher einer "Baracke" gleicht, soll es immer wieder zu Vergewaltigungen und Schlägen gekommen sein.

Am vergangenen Wochenende habe der 27-jährige Neffe es schließlich nicht mehr ausgehalten und sei zur Polizei gegangen. Beim letzten Übergriff vor etwa einer Woche dürfte sein Onkel ihm auch zum wiederholten Male die Nase gebrochen haben. Mediziner stellten das sowie weitere Verletzungen fest, die auf eine Vergewaltigung hinweisen, so Sattler.

Mutter will nichts mitbekommen haben
Als der mutmaßliche Täter am Sonntag in seinem Stammlokal von der Spezialeinheit Cobra verhaftet wurde, war er so überrascht, dass er keine Gegenwehr leistete. Bei den Einvernahmen stritt er jeglichen Übergriff ab und meinte, dass sein Neffe ein "Wahnsinniger und schwerster Alkoholiker" sei, erklärte der Ermittler. Zeugen konnten bisher nicht gefunden werden. Die ebenfalls im selben Haushalt lebende 82-jährige Mutter will von allem nichts mitbekommen haben. Nun müssen in Auftrag gegebene Gutachten abgewartet werden. Der Verdächtige wird so lange in Untersuchungshaft in Leoben bleiben, da er drohte, seine Familie "auszurotten" und sich anschließend selbst zu richten. Das Opfer wurde schwer traumatisiert in die Landesnervenklinik Sigmund Freud nach Graz gebracht.

Familie des Verdächtigen ist amtsbekannt
Neben dem Mord Mitte der 80er-Jahre war die Familie des Verdächtigen mehrmals im Mittelpunkt der Ermittlungen: 1989 wurde ein Fall von Kindstötung bekannt. Eine Schwester und ein Bruder des 55-Jährigen hatten laut Sattler ihr gemeinsames Kind im Alter von knapp zwei Jahren zu Tode geprügelt und anschließend in einer mit Steinen beschwerten Reisetasche in der Mur versenkt. Beide Geschwister wurden deswegen rechtskräftig verurteilt, seien aber mittlerweile verstorben, sagte der Ermittler. Etwa ein Jahr später war ein anderer Bruder an einem "Übungsschießen" mit einer Pistole Kaliber .44 Magnum beteiligt, bei der ein zufällig vorbeiradelndes 14-jähriges Mädchen tödlich getroffen worden war.

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