25.01.2019 05:44 |

Heute: Abfahrt in Kitz

ÖSV-Stars peilen Gams an: Streif-Sieg soll her!

Im Kreis der Favoriten für die auf Freitag (11.30 Uhr) vorgezogene Hahnenkammabfahrt tummeln sich auch einige ÖSV-Stars. So jagen Matthias Mayer und Hannes Reichelt nach ihren Trainingsbestzeiten die jeweils zweite Goldene Gams im Ski-Mekka, Wengen-Sieger Vincent Kriechmayr und Max Franz wollen ihre erste. „Die Möglichkeit besteht, dass einer gewinnt, wir werden alles daran setzen“, sagte Mayer.

Mayer hat in Kitzbühel bereits den „Streifalm-Code“ geknackt, gewann er doch 2017 den Super-G. Zweimal war er zudem Zweiter, einmal Dritter. „Ich war jetzt viermal am Podest im Super-G, habe aber keine einzige Gams zu Hause stehen, die sind alle so ein bisserl verteilt. Vielleicht würde ich die Abfahrts-Gams daheim lassen“, meinte der Kärntner, der am Dienstag die erste Trainingsbestzeit hingelegt hatte, mit einem Schmunzeln an.

Reichelt letzter ÖSV-Sieger
Trotz eines Bandscheibenvorfalls gewann Reichelt 2014 als bisher letzter Österreicher die Abfahrt. Auf der Streif die perfekte Mischung zwischen absolutem Risiko und Kalkül zu finden, sei enorm schwierig, erklärte der 38-jährige Routinier, der mit der Bestzeit im Abschlusstraining sein Faible für die Strecke unterstrich. Kitzbühel-Sieger seien „oft ziemlich wilde Hunde. Ich habe es ein paar Mal bewiesen, immer ist es mir nicht geglückt“, sagte Reichelt. „Man muss kämpfen, aber nicht hirnlos drauflosfahren. Das bestraft dann auch die Strecke.“

Für Mayer, der bereits Doppel-Olympiasieger ist, wäre ein Triumph in der Abfahrt die „Krönung“, die seine Laufbahn veredeln würde. „Aber das Problem ist halt immer, es gibt so viele, die die Krönung gern hätten“, sagte er und dachte dabei wohl auch an seinen ÖSV-Kollegen Kriechmayr. „Wenn man einer der besten Abfahrer sein will, muss man Kitzbühel gewinnen“, stellte der Sieger der Lauberhorn-Abfahrt klar. Als bisher bestes Ergebnis war Kriechmayr in der Abfahrt voriges Jahr ein vierter Platz gelungen.

Franz mit gemischten Gefühlen
Gemischte Gefühle hat Max Franz, wenn er in der inoffiziellen Hauptstadt des Ski-Weltcups ankommt. „Eine Gams habe ich schon zu Hause vom Super-G (Dritter 2014; Anm.), abgeworfen hat sie mich schon. Im Grund mag ich den Berg schon ganz gerne, weil es eine coole Abfahrt ist“, erzählte der Gröden-Sieger. „Da herunter brauchst du auf jeden Fall genug Respekt, aber auch das bisserl Mut“. Die Abfahrt zu gewinnen sei jedenfalls „ein ganz, ganz großes Ziel“ von ihm.

Aus der Riege der internationalen Stars hofft vor allem der Schweizer Beat Feuz auf seinen ersten Kitzbühel-Sieg, nachdem er zweimal schon ganz knapp dran war. „Das Eis ist aber nicht meine Lieblingsunterlage. Natürlich werde ich versuchen, vorne dabei zu sein, doch Favoriten sind andere“, schob Feuz jeglichen Druck von sich. Als Kitzbühel-Spezialisten gelten auch die Südtiroler Dominik Paris und Christof Innerhofer. „Die Verhältnisse hier sind ähnlich wie in Bormio. Wer dort schnell war, ist bekannt“, betonte Feuz. In Bormio gewann Paris knapp vor dem Jahreswechsel Abfahrt und Super-G.

Danklmaier als gefährlicher Außenseiter
In die Rolle des gefährlichen Außenseiters arbeitete sich Daniel Danklmaier dank zweier Kitz-Trainingsbestzeiten im Europacup, des Gewinns der Europacup-Abfahrt und sowie der Ränge drei und vier im Weltcup-Training. „Mir ist es lieber so, als wie wenn ich immer nachdenken muss, was ich falsch mache. So läuft es einfach gerade, das taugt mir richtig“, meinte der Steirer, dem die eisige, unruhige Piste offenbar entgegenkommt. In der ÖSV-Aufstellung stach er Romed Baumann aus. „In Österreich muss man so gute Leistungen bringen, dass man überhaupt dabei ist.“

Aufgrund des für Samstag erwarteten Schneefalls beschloss die Jury am Donnerstag, die Abfahrt auf Freitag vorzuziehen. Das warf klarerweise auch das Vorbereitungsprogramm der Athleten über den Haufen. „Ich bin gerade ein bisserl im Stress“, gestand Franz während eines von seinem Kopfsponsor organisierten Medientermins. „Eine Stunde Videoschauen kommt jetzt heute noch mehr dazu, mit den Serviceleuten muss ich noch einmal reden, die Skiauswahl müssen wir noch treffen. Das sind jetzt ein paar Sachen, die mehr sind.“

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