21.01.2019 10:01 |

Italien für Sanktionen

„Frankreich beutet Ex-Kolonien nach wie vor aus“

Zuerst Unterstützung für die „Gelbwesten“ - und nun auch noch Sanktionsforderungen gegen die französische Regierung: Die populistische Regierung in Italien startet den nächsten Angriff auf Präsident Emmanuel Macron. Als ehemalige Kolonialmacht, die Afrika nach wie vor ausbeute, sei Frankreich für das Migrationsdrama im Mittelmeer mitverantwortlich, erklärte der italienische Vizepremier Luigi Di Maio am Montag.

„Heute werden so viele Afrikaner in die Migration getrieben, weil einige europäische Länder, vor allem Frankreich, nie aufgehört haben, Dutzende afrikanische Länder zu kolonisieren“, sagte Di Maio, dessen Fünf-Sterne-Bewegung zusammen mit der rechten Lega Italien regiert. Einst besaß Italien freilich auch selbst Kolonien in Afrika: Libyen und Italienisch-Ostafrika (Eritrea, Italienisch-Somaliland, Äthiopien).

Salvini will kein „Komplize von Schleppern“ sein
Der italienische Innenminister, Vizepremier und Lega-Chef Matteo Salvini bekräftigte unterdessen seinen harten Kurs in Sachen Einwanderung. „Man muss die Schlepper verhaften. Sie müssen wissen, dass die italienischen Häfen geschlossen sind. Das ist der einzige Weg, um Menschenleben zu retten. Im vergangenen Jahr sind weniger Migranten in Italien eingetroffen und weniger Migranten sind gestorben“, erklärte Salvini. Menschenhändler würden auch Drogen- und Waffenhandel betreiben. „Ich will nicht ihr Komplize sein“, sagte der Innenminister.

Erst vor wenigen Wochen hatte die Regierung in Rom für große Aufregung in Macrons Kabinett gesorgt. Salvini und Di Maio taten ihre Unterstützung für die „Gelbwesten“ öffentlich kund und sprachen in diesem Zusammenhang von „ehrenhaften Bürgern“, die sich gegen einen Präsidenten auflehnen würden, der „gegen sein Volk regiert“.

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