20.01.2019 09:00 |

Spumbachgraben bedroht

Mure in Adnet direkt auf der 380er-Trasse

Enorme Schneemassen haben die 220-kV-Leitung bei Maria Alm geknickt, sie ist seit Tagen ausgefallen. In der Gemeinde Adnet gab es in der Nacht zum Freitag einen gefährlichen Murenabgang. Der Spumbachgraben wurde dabei verlegt, das Land schickte ein Katastrophen-Team. Hier soll die 380-kV-Leitung verlaufen.

Adnets Bürgermeister Wolfgang Auer machte sich nach am Freitag ein Bild vor Ort: „Der Spumbachgraben, der in Richtung Waidach führt, wurde durch herabstürzende Bäume, Gestein und enorme Schneemassen verlegt: Man muss ihn sofort ausbaggern, weil die Gefahr von Verklausungen besteht und es in der Folge zu Überflutungen kommen könnte.“

Landesgeologe Gerald Valentin beurteilte die Lage: „Wir haben hier lockere Moränen-Ablagerungen über dem Kalkgestein, eine Instabilität, die schwer beherrschbar ist. Dazu kommt, dass der Spumbach hier sehr steil eingeschnitten ist.“

Die BH Hallein veranlasste daher sofortige Aufräumarbeiten, bei denen die Bäume entfernt werden. Außerdem versuchen die Bagger, dem Bach einen neuen Weg zu bahnen, damit es nicht zu einem gefährlichen Stau kommt.

Das Land lässt Graben nun zügig freiräumen
Bauer Matthias Höllweger von der Bürgerinitiative gegen die 380-kV-Trasse zur „Krone“: „Es ist eine höchst gefährliche Situation. Nicht weit von der Abbruchstelle hat die Austrian Power Grid ja Mastenstandorte für die Salzburg-Leitung geplant.“

Gemeinde warnte bei UVP vor den Gefahren
Geologe Georg Spaun hatte im Auftrag der Bürgerinitiative schon bei der UVP-Verhandlung des Landes im Juni 2104 darauf hingewiesen: „Die APG hat hier Probebohrungen für einen Mastenstandort gemacht. Wir sind drauf gekommen, dass sie 170 Meter weit weg und auf der falschen Talseite erfolgt sind.“

Selbst bei der Berufungsverhandlung vor dem Verwaltungsgerichtshof haben die Adneter ihre Bedenken vorgebracht: „Die Spumbachgenossenschaft hat den Richtersenat ausdrücklich auf das instabile Gelände hingewiesen und vor den Gefahren gewarnt“, so Bürgermeister Wolfgang Auer.

Bei Maria Alm hat ein Lawinenabgang einen 220-kV-Mast geknickt. Für Stromkunden bleibt der Leitungsausfall ohne Folgen. Die Reparatur wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

 krone.at
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