Kugelbomben-Tragödie

„Das Hauptproblem liegt in der Kontrolle“

Oberösterreich
02.01.2019 14:42

Es war ein schrecklicher Vorfall, der sich in der Silvesternacht im oberösterreichischen Eberschwang abgespielt hatte. Als eine Kugelbombe einen erst 17-Jährigen in den Tod riss, als die Lunte versagte und der Bursche versuchte, diese ein weiteres Mal zu entzünden. Doch wie kann eine solche Tragödie künftig verhindert werden? Können verschärfte Regeln in Sachen Pyrotechnik ihren Teil dazu beitragen? Fest steht jedenfalls bereits jetzt: Eine einfache Lösung gibt es nicht ...

Unfälle mit Böllern und anderen pyrotechnischen Gegenständen mit teils gravierenden gesundheitlichen Folgen für die Opfer dominieren Jahr für Jahr die Schlagzeilen - etwa durch deren unsachgemäßen Gebrauch. Jedoch wird alljährlich auch vor illegal erworbenen Sprengkörpern, die zumeist aus dem Ausland stammen und daher nicht den österreichischen Vorschriften entsprechen, eindringlich gewarnt.

Und dennoch begeben sich jedes Jahr zahlreiche Pyrotechnik-Liebhaber in große Gefahr, trotz der Vielzahl an Warnungen. Die meisten der Zwischenfälle passieren dabei mit ohnehin verbotenen Feuerwerkskörpern, wie der oberösterreichische Landesrat Elmar Podgorschek (FPÖ) am Mittwoch im ORF-Radio erklärte. Wie wohl auch im Fall jenes 17-Jährigen, der bei einer privaten Silvesterfeier aus einer selbst gebauten Vorrichtung aus Metallrohren eine Kugelbombe mit 15 Zentimetern Durchmesser abschießen wollte.

(Bild: FOTOKERSCHI.AT/WERNER KERSCHBAUMMAYER)

Sprengkörper der Kategorie F3?
Ermittler vermuten derzeit , dass es sich bei dem Sprengkörper um einen pyrotechnischen Gegenstand der Kategorie F3 gehandelt haben dürfte - dieser darf nur von fachkundigem Personal entzündet werden, das über einen Pyrotechnikausweis verfügt. Auf legalem Wege hätte der Bursche die Kugelbombe also wahrscheinlich gar nicht kaufen können - dazu laufen allerdings noch detailliertere Erhebungen seitens der Staatsanwaltschaft Ried.

Dass der 17-Jährige den Sprengsatz womöglich sogar selbst hergestellt haben könnte, erachtet Kurt Schneider, der als sprengstoffkundiger Ermittler der Polizei am Unfallort war, als höchst unwahrscheinlich.

Polizei-Sprengstoffexperte Kurt Schneider ermittelte vor Ort. (Bild: laumat.at/Matthias Lauber)
Polizei-Sprengstoffexperte Kurt Schneider ermittelte vor Ort.

Der tödliche Vorfall und die Vielzahl an weiteren teils verheerenden Zwischenfällen mit Böllern, Feuerwerkskörpern etc. haben jedenfalls die Politik auf den Plan gerufen. Man wolle demnächst eine Expertenrunde einberufen und denke laut über eine Verschärfung der bereits bestehenden Gesetze nach, so Podgorschek. So könne er sich vorstellen, dass nur noch speziell geschulte Personen Feuerwerke abschießen dürfen. Doch die Sache hat einen großen Haken.

„Keiner hält sich daran“
Maßnahmen zu setzen, ist das eine - diese jedoch auch zu kontrollieren, das andere. Denn bereits jetzt gebe es Regeln - etwa müssen Feuerwerke vom Bürgermeister genehmigt werden -, nur „keiner hält sich daran“, so der Landesrat. In der Kontrolle liege das Hauptproblem.

Indes laufen die weiteren Erhebungen auf Hochtouren. Auch ein Sachverständiger wurde beauftragt, um die Herkunft der Kugelbombe zu klären. Wie berichtet, hatte der 17-Jährige in der Neujahrsnacht versucht, die Lunte des Sprengkörpers ein zweites Mal anzuzünden. Dabei dürfte es zur Explosion gekommen sein, bei der der Jugendliche schwerste Verletzungen am Kopf erlitt, denen er nur wenig später erlag.

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