18.12.2018 10:32 |

Tierquälerei-Prozess

Landwirt erschoss Stier, der frei bleiben wollte

Idylle auf der Alm, glückliche Hochlandrinder, die über Weiden oder durch den Schnee toben: Mit solchen Vorstellungen vom erfüllten Tierleben hat ausgerechnet ein Biobauer (50) unfreiwillig aufgeräumt. Der erfahrene Züchter aus dem Großraum Villach ist wegen Tierquälerei angeklagt, weil er einen Stier angeschossen hat. „Er ließ sich tagelang nicht einfangen“, erzählt der Angeklagte in der Verhandlung vor Richter Christian Liebhauser.

„Ich lag stundenlang vergeblich auf der Lauer und ich brauchte sein Fleisch für ein Fest. Diese Tiere mögen keine Menschen, verstecken sich, fressen nachts. Ein Schakal, der sich in der Nähe herumtrieb, machte sie noch aggressiver.“ Also holte der Landwirt das Gewehr – er ist auch erfahrener Jäger – traf aber so schlecht, dass dann ein Nachbar den Stier von seinem Leiden mit einem Fangschuss erlösen musste. Dieser fasste dafür nach dem Waffengesetz bereits eine Diversion aus. „Normalerweise bin ich ein guter Schütze“, meinte der Biobauer, der zugab, schon mehrmals wilde Rinder erschossen zu haben. Für Staatsanwältin Gabriele Lutschounig ein Paradebeispiel dafür, wie Tierhaltung nicht ausschauen dürfe: „Dem Stier wurden völlig unnötige Qualen zugefügt.“ Weil unter anderem auch noch unklar ist, welche Munition für diese Wild-West-Aktion verwendet wurde, soll sich ein Tierarzt den Fall genau ansehen.

Kerstin Wassermann, Kronen Zeitung

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