Mo, 21. Jänner 2019

Drei Menschen getötet

12.12.2018 11:38

Straßburg: 350 Polizisten jagen diesen Terroristen

Jener Mann, der am Dienstag auf einem Weihnachtsmarkt in Straßburg mehrere Menschen getötet und verletzt hat, soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge Cherif Chekatt heißen, 29 Jahre alt, in Straßburg geboren und amtsbekannt sein. Er hätte am Tag des Anschlags festgenommen werden sollen. Frankreichs Regierung hat indes die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Schulen und Weihnachtsmärkte der Stadt bleiben am Mittwoch geschlossen. Die Zahl der Todesopfer wurde von den Behörden mittlerweile mehrmals korrigiert.

Auf allen Weihnachtsmärkten werden die Sicherheitskontrollen verschärft, um Nachahmungstaten zu verhindern. Auch die Grenzkontrollen werden verstärkt.

Zahl der Toten schon dreimal korrigiert
Die Zahl der Toten wurde von den Behörden indes schon dreimal korrigiert. Erst ging man von vier Todesopfern aus, dann wurde auf drei und später gar auf zwei korrigiert. Nun sind es laut offiziellen Angaben doch wieder drei Todesopfer. 14 Menschen seien verletzt worden, sieben von ihnen schwer und sieben leicht, wie die Präfektur am Mittwoch mitteilte.

29-Jähriger sollte am Tag des Anschlags festgenommen werden
Die französischen Behörden erklärten am Dienstag, dass der Schütze amtsbekannt sei. Laut dem Sender France Info sollte der 29-Jährige am Dienstag wegen versuchten Mordes verhaftet werden, habe sich aber nicht zu Hause befunden. In seiner Wohnung seien allerdings Granaten gefunden worden. Zudem war der Mann laut Innenminister Christophe Castaner bereits wegen Delikten in Frankreich und Deutschland verurteilt worden.

Informationen der Deutschen Presse-Agentur zufolge wurde er vom Amtsgericht Singen in Deutschland wegen schweren Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Nachdem er diese Strafe abgesessen hatte, wurde der Straßburger 2017 nach Frankreich abgeschoben. Medienberichten zufolge soll er im Gefängnis radikalisiert worden sein. Chekatt soll zudem regelmäßig in islamistischen Kreisen verkehrt sein.

Bei der Flucht mit einem gestohlenen Taxi habe sich der 29-Jährige zweimal Schusswechsel mit Sicherheitskräften geliefert, sagte Castaner weiter. Dabei dürfte er auch einmal getroffen worden sein. An der Suche nach dem 29-Jährigen seien derzeit 350 Sicherheitskräfte beteiligt. Unterstützt werden diese unter anderem von zwei Hubschraubern. Schulen und Weihnachtsmärkte bleiben am Mittwoch in Straßburg geschlossen.

Straßburgs Bürgermeister Roland Ries sagte am Mittwoch, dass der Verdächtige auch nach Deutschland geflüchtet sein könnte. „Die Grenze ist im Prinzip geschlossen“, erklärte er auf eine entsprechende Frage, es sei aber alles möglich, falls der Tatverdächtige ein Auto habe.

90 Minuten Wartezeit an deutsch-französischer Grenze
Ein Sprecher der deutschen Bundespolizei teilte mit, dass mehrere Grenzübergänge von Deutschland nach Frankreich kontrolliert würden. Pendler von Deutschland nach Frankreich müssten sich auf Wartezeiten bis zu 90 Minuten einstellen, hieß es in der Früh. Nicht nur der Straßenverkehr, auch der öffentliche Nahverkehr werde überprüft.

Dazu zählt auch die grenzüberschreitende Straßenbahnlinie D. Diese war in der Nacht bereits komplett gesperrt worden, inzwischen fährt sie aber wieder. Laut Polizei wird auch die Fußgänger- und Radfahrerbrücke Passerelle des Deux Rives zwischen dem deutschen Kehl und Straßburg kontrolliert.

Opfer aus Thailand erst wenige Stunden in Frankreich
Bei dem Anschlag kam auch ein Tourist aus Thailand ums Leben. Das Außenministerium in Bangkok bestätigte am Mittwoch, dass es sich bei einem der Opfer um einen 45 Jahre alten Mann handelt, der zusammen mit seiner Frau zu einem Urlaub in Frankreich war. Das Paar war erst wenige Stunden zuvor eingetroffen. Die Frau blieb dem Ministerium zufolge unverletzt.

ORF-Korrespondent versuchte, Opfer wiederzubeleben
ORF-Korrespondent Peter Fritz war zum Zeitpunkt des Anschlags in der Nähe und versuchte mit anderen Zeugen, den Mann wiederzubeleben. Nach 45 Minuten hätten sie die Wiederbelebungsversuche eingestellt, nachdem ein per Telefon verbundener Arzt ihnen mitgeteilt habe, dass es keinen Sinn mehr habe.

Bis zu diesem Zeitpunkt seien keine offiziellen medizinischen Helfer zum Anschlagsort gekommen. „Die Polizei war sofort da, aber offenbar hat man Rettungskräfte gar nicht in die Nähe gelassen“, so Fritz im ORF.

Terrorwarnung für Österreich Anfang des Monats
Die US-Botschaft in Wien hatte Anfang Dezember eine Terrorwarnung für Österreich veröffentlicht. Unser Land sei während der Weihnachtszeit ein besonders heißes Pflaster.

„Aufgrund der anhaltenden Bedrohungen durch internationale terroristische Organisationen und Einzelpersonen“ solle man wachsam sein, so die Behörde. Mutmaßliche Terroristen seien „durch extremistische Ideologien inspiriert“.

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