11.12.2018 05:43 |

AKW Krško:

250 Millionen Euro fließen in Weiterbetrieb

Im grenznahen Kernkraftwerk Krško (Slowenien) läuft ein Sicherheitsausbau auf Hochtouren. Um die Genehmigung für den Weiterbetrieb des umstrittenen AKW zu bekommen, werden 250 Millionen Euro in die Anlage gepumpt. Einer von Österreich vehement geforderten Umweltprüfung erteilen Betreiber eine Absage.

Obwohl die Kritik an den Risiken, die von dem altersschwachen Meiler im Erdbeben-Risikogebiet ausgehen, nicht verhallt, halten Kroatien und Slowenien am Weiterbetrieb des AKW fest. Seit 1981 liefert der Reaktor an der Save Strom. „5,5 Terawattstunden werden es 2018 sein“, kündigt Stanislav Rožman, Direktor des Betreibers Nuklearna elektrarna Krško (NEK) bei einem Lokalaugenschein an.

Mindestens bis 2043 will man mangels Alternativen die alternde Anlage am Leben erhalten. Für die Genehmigung wurde bereits 2011 ein Sicherheitsausbau gestartet. Die Arbeiten laufen jetzt auf Hochtouren: Ein zweiter Notfall-Kontrollraum sowie ein Hochwasserschutz wurden fertiggestellt. Ein „Operational-Support-Center“, in dem bei Unfällen 250 Leute Platz finden, befindet sich in Bau. Ebenso wie ein teils unterirdisches Bunkergebäude, von dem aus bei Unfällen die Reaktorkühlung sowie die Energieversorgung stattfinden. Ein Trockenlager für Atommüll ist 2019 geplant.

Es geht ohne Zeitlimit weiter

Die Neuerungen sollen die Anlage vor Flugzeug-Abstürzen, Extrem-Wetter, Fluten und Hacker-Angriffen schützen. Das Problem: Wichtige Anlagenteile beim Reaktor können nicht auf den neuesten Stand gebracht, heißt es. So können die Neubauten einem Erdbeben mit der Stärke 0.6 g standhalten. Das ursprüngliche Design ist aber nur für 0.3 g ausgelegt.

Werden die Auflagen eingehalten, darf das AKW ohne Zeitlimit weiterlaufen. Einspruchsmöglichkeit hat Österreich keine. „Es gibt eine Entscheidung, dass keine Umweltprüfung notwendig ist“, sagt Rožman.

Thomas Leitner
Thomas Leitner
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