Bei den Paralympics 2002 und 2006 hatte er mit seinem Bruder Robin als Begleiter sieben Olympia-Medaillen, darunter vier in Gold, gewonnen. Nur zehn Prozent seiner Sehkraft sind geblieben, seit bei ihm im Alter von 19 Jahren die sogenannte Stargardt-Krankheit diagnostiziert wurde. Diese seltene Netzhauterkrankung der Augen zerstört die Stelle des schärfsten Sehens, die Makula. Mit 21 galt Brian McKeever offiziell als blind, nur ein peripheres Sehen ist noch möglich. Seine Langlauf-Karriere wollte er aber nie aufgeben.
"Ganz ehrlich, es ging mir wirklich nur darum, das Beste aus mir herauszuholen", lautete der bescheidene Kommentar von McKeever nach seiner Nominierung für das kanadische Olympia-Team. "Okay, nun werde ich der erste sein, der an beiden Winterspielen teilnimmt. Wenn das die Vorstellungskraft der Menschen anregt und ihnen zeigt, was Paralympioniken schaffen können, dann ist das gut so."
Ein Traum wird wahr
Im Februar und März wird für den Mann aus Canmore in der kanadischen Provinz Alberta in den Loipen von Whistler nun ein Traum wahr. McKeever hofft auch noch auf einen Start über 15 Kilometer. Da er nur Schatten und Umrisse wahrnehmen kann, muss der 30-Jährige anderen Läufern in der Loipe folgen. Zugleich will er sich auf sein Gedächtnis verlassen: McKeever prägt sich die Strecke vorab sorgfältig ein und lernt schwierige Passagen wie etwa temporeiche Abfahrten auswendig.
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