12.11.2018 06:20 |

Nach Sarajevo-Attentat

Der Handschlag des Friedens in Graz

Zur „Weltfriedenshauptstadt“ avancierte Graz am Sonntag dank einer historischen Friedensgeste: Im Gedenken an das Attentat von Sarajevo 1914 reichten einander die Urenkelin des ermordeten Thronfolgers und der Großneffe des Attentäters die Hand zur Versöhnung.

„Es ist nichts“, soll Franz Ferdinand noch gesagt haben. Dann wurde er bewusstlos. Eine Kugel hatte seine Halsvene zerfetzt. Wenig später an diesem 28. Juni 1914 war der Thronfolger der Habsburger tot - und die Monarchie zusammen mit dem Deutschen Kaiserreich auf Kurs in Richtung Erster Weltkrieg.

„Erster Weltfrieden“ statt Erster Weltkrieg
Den „Ersten Weltfrieden“ rief hingegen gestern Nachmittag eine Kunstaktion im Grazer Dom im Berg aus: Im Gedenken an die dramatischen Momente von Sarajevo hatte der Grazer Verein Aporon 21 zwei Nachfahren zum Friedens-Handschlag geladen: Anita Hohenberg, Urenkelin von Franz Ferdinand und Schloss-Erbin von Artstetten in Niederösterreich, traf auf den serbischen Sozialarbeiter Branislav Princip - den Großneffen des Sarajevo-Attentäters Gavrilo Princip. Es war ein prickelnder, fast schon historischer Moment, dem mit Landtagspräsidentin Bettina Vollath und Stadtrat Günter Riegler auch die hohe Politik beiwohnte.

Apropos historisch: Heute vor genau 100 Jahren dankte in Wien der Kaiser ab - und machte damit den Weg frei für die Erste Republik. In Graz wohnten der Ausrufung auf dem heutigen Freiheitsplatz 20.000 Menschen bei.

Matthias Wagner
Matthias Wagner
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