So, 18. November 2018

Starkes Österreich

26.10.2018 06:00

Was ein kleines Land ganz groß macht

Eine Handvoll Berge, hier und da eine Almwiese, eine Brise Sachertorte und eine Bäuerin in Tracht - schon sind die Zutaten für das Österreich-Klischee komplett. Dabei kann das kleine Herz von Europa doch ein wenig mehr, als sein bloßes Bilderbuch-Image auf den ersten Blick vermuten lässt.

Warum wir mit den globalen Playern locker mithalten können - das zeigen diese Beispiele eindrucksvoll: 24,3 Prozent der Flächen in Österreich werden biologisch bewirtschaftet. Damit gelten wir zu Recht als ungeschlagener Bio-Weltmeister. Auch im Export haben wir die Nase vorne: 2 von 3 Euro erwirtschaften unsere Lebensmittelproduzenten im Export - das ist eine Quote von 60 Prozent!

Land der Berge setzt internationale Maßstäbe
Das Land der Berge und seine klugen Köpfe setzen international neue Maßstäbe: Die weltlängste Seilbahn der Welt - sie steht in Vietnam, ist knapp 8 Kilometer lang und verbindet zwei Ferieninseln - wurde von dem Vorarlberger Unternehmen Doppelmayr gebaut. In der saudi-arabischen Hauptstadt Riad steht das weltgrößte thermische Solarkraftwerk. Die Kollektorfläche misst fünf Fußballfelder und stammt aus österreichscher Hand, nämlich der Firma GREENoneTEC.

Bis heute gilt das Unternehmen Swarovski als unangefochtene Nummer Eins bei Schmuckkristallen - und schrieb sogar 1962 Geschichte. Jenes Kleid, in dem Marilyn Monroe ihrem Lieblingspräsidenten John F. Kennedy ein Geburtstagsständchen sang, zierten nämlich Tausende Swarovski-Kristalle. Ja sogar bis in den Weltraum schaffen es die Erfindungen der Österreicher: Die Firma Silhouette entwickelte die meist getragene Brille im All: Seit dem Jahr 2000 wurde das Modell „Titan Minimal Art“ von Astronauten bei 35 Missionen getragen.

Was ein kleines Land ganz groß macht
In unserem Land leben 8,8 Millionen Menschen, drei Millionen davon engagieren sich ehrenamtlich - und leisten damit einen freiwilligen Beitrag für die Gesellschaft. Die Freiwilligkeit, die Hilfsbereitschaft und der Zusammenhalt - das sind Österreichs größte Stärken. Darüber sind sich staatstragende Persönlichkeiten aus Politik, Justiz und Kultur über Parteigrenzen hinweg einig.

„Österreich zeichnet aus, dass seine Menschen in Krisenzeiten zusammenstehen, um sich gegenseitig zu helfen. Unsere Vereins- und Freiwilligenstruktur ist einzigartig und daher wichtig zu erhalten“, sagt Nationalratspräsident Wolfgang Soboka (ÖVP). Ähnlich sieht das auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP): „Es sind der gesellschaftliche Zusammenhalt in unserem Land und der Fleiß der Leute, die Österreich so stark machen. Der freiwillige Einsatz und das soziale Engagement in den Städten und Gemeinden machen Österreich zu einem so lebenswerten Land.“

Zu Österreichs größten Stärken würden „zweifellos seine großartigen Menschen mit ihrem enormen Fleiß und ihrer Liebe zur Heimat“ zählen, sagt auch Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ). „Gerechtigkeit, Solidarität und Religionsfreiheit - auf dieser Basis haben die Österreicher immer wieder zusammengefunden und trotz Differenzen das Gemeinwohl über die Einzelinteressen gestellt“, sagt Kardinal Christoph Schönborn.

Lehren aus Geschichte und reich an Kultur
Österreich ist ein kleines Land innerhalb Europas und der europäischen Union, auch geprägt von einem dunklen Kapitel. „Österreich ist stark, weil es aus der Geschichte gelernt hat und weil wir nicht isoliert sind, sondern einer großen europäischen Gemeinschaft angehören“, hält Alt-Bundespräsident Heinz Fischer fest.

Einzigartig machen das Land nicht zuletzt Besonderheiten in Kultur und Justiz. „Österreich wird gern als Kulturnation bezeichnet - und das völlig zu Recht. Neben vielen anderen Bereichen ist es auch und vor allem die Kultur, die dieses Land international auszeichnet“, sagt Johanna Rachinger, Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek. 

Elisabeth Lovrek, Präsidentin des Obersten Gerichtshofs betont die geringe Verfahrensdauer in Zivil- und Strafsachen: „Zu den größten Stärken Österreichs gehört das verlässliche Funktionieren des Rechtsstaates, das im Bereich des Zivilrechts und des Strafrechts durch die präzise Judikatur der Gerichte aller Instanzen garantiert ist.“

„Besonders gut gefällt mir die Mischung aus Zielstrebigkeit, Gelassenheit und Improvisationsfähigkeit, mit der wir immer wieder an Probleme herangehen“, sagt Rechnungshofpräsidentin Margit Kraker.

Alexandra Halouska, Patrick Warger, Sandra Schieder, Kronen Zeitung

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