Fr, 19. Oktober 2018

„Bavaria One“

03.10.2018 15:49

Bayrisches Raumfahrtprogramm erntet Spott im Netz

Bayern will hoch hinaus - und das sprichwörtlich: Ministerpräsident Markus Söder plant ein eigenes Raumfahrtprogramm. „Wir starten ,Bavaria One‘“, verkündete der CSU-Politiker am Dienstag auf Twitter. Besonders das Logo, das das Konterfei Söders mit Sternen zeigt, regt die Netzgemeinde zu Witzen an.

„Wir starten ,Bavaria One‘. Mit unserem Raumfahrtprogramm entwickeln wir aus dem All Lösungen für Probleme der Menschen, bei Medizin oder Ökologie. Wir investieren 700 Millionen Euro, bauen einen bayrischen Satelliten und gründen die größte Raumfahrt-Fakultät Europas an der TU München“, kündigt der bayrische Ministerpräsident in einem weiteren Tweet an.

In Hinblick auf das Logo des Programms - Söders Kopf im Comic-Stil - waren sich viele Menschen nicht sicher, ob es sich bei dieser Meldung nicht um Satire handelt oder ob der Account des Politikers gehackt worden ist.

Der Spott ließ nicht lange auf sich warten: Ein Twitter-User meinte, Söder solle „lieber irdische Probleme lösen“. Der Fraktionsvorsitzende der SPD in Bayern, Markus Rinderspaher, befürchtet: „Wenn #SöderchensMondfahrt so professionell angegangen wird wie das #CSU-Programm zur Versorgung bayrischer Haushalte mit Glasfaser, dann schafft es Dr. Söders unbemannte Rakete nicht mal bis zum nächsten Supermarkt.“

In sozialen Netzen wird nun gerätselt, ob es sich dabei um einen teuren PR-Stunt im Wahlkampf handelt (am 14. Oktober wird über den neuen Landtag abgestimmt) oder ob sich der CSU-Politiker einen Kindheitstraum erfüllen will. Dass der Ministerpräsident ein Trekkie ist, ist jedenfalls hinlänglich bekannt.

Ministerpräsident will „besseren Blick auf die Welt zu bekommen“
Söder selbst kann die Kritik offenbar nicht nachvollziehen: „Wer spöttelt, verkennt, was eine Zukunftsaufgabe ist“, wird er von der „Süddeutschen Zeitung“ zitiert. Es gehe ihm nicht darum, „Star Trek“ zu spielen: „Im Grunde gehen wir ins Weltall, um einen besseren Blick auf die Welt zu bekommen, einen besseren Blick für die kleinen Probleme, die wir hier haben.“

Miriam Krammer
Miriam Krammer

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