29.09.2018 21:12 |

Zuhörer beeindruckt

Kneissl bei der UNO: Eine Rede in vier Sprachen

Außenministerin Karin Kneissl hat am Samstag mir ihrer Vielsprachigkeit selbst die Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York überrascht. Der Präsident der Generalversammlung war zunächst verwirrt, als ihn eine Österreicherin auf Arabisch ansprach und dann unter Beifall in dieser Sprache weiterredete. Es folgte der französische Teil, dann der spanische. Englisch kam zuletzt. Auf Deutsch sprach sie gar nicht.

Die Notwendigkeit, das Vertrauen in die internationale Gerichtsbarkeit wieder herzustellen, war einer der Schwerpunkte in Kneissls Rede (unten sehen Sie einen kurzen Ausschnitt aus dem arabischen Teil). Sie verwies in diesem Zusammenhang auf das Wiener Atomabkommen mit dem Iran. Der in Wien ausgehandelte Plan sei politisch, wenn auch nicht rechtlich, bindend. Er sei aber das Ergebnis wirksamen multinationalen Handelns und schaffe die Voraussetzung für gegenseitiges Vertrauen auf internationaler Ebene. Die Anerkennung internationaler Abkommen würde am Ende auch die internationale Sicherheit gewährleisten, so die Ministerin. Wenn nur ein einziges Land ohne Abstimmung mit allen anderen Partnern eigenmächtig handle, werde das gegenseitige Vertrauen gestört.

Kneissl zu Syrien: „Historische Gelegenheit ist da“
Was den Krieg in Syrien betrifft, führte Kneissl in den vergangenen Tagen „intensive Gespräche“ unter anderem mit ihren Amtskollegen aus den USA, Russland und der Türkei. Die in der Vorwoche erzielte Waffenruhe für die Region Idlib müsste in einen neuen Verhandlungsprozess einschwenken. „Der Augenblick für ein neues Momentum ist gegeben“, sagte Kneissl und rief die Beteiligten auf, diesen Augenblick beim Schopf zu packen. Kneissl: „Eine historische Gelegenheit ist da. Es gibt keine Alternative. Wie man auf Hebräisch sagt: Ayn breira.“

Das Thema Diskriminierung von Frauen behandelte Kneissl ausführlich. Der Multilateralismus habe weltweit Millionen von Frauen im Stich gelassen. Deshalb fokussiere Österreichs Außen- und Entwicklungspolitik seit Jahren auf die Verbesserung der Situation von Frauen und Mädchen. Vor allem weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) habe unser Land den Kampf angesagt. Mehr als 200 Millionen Frauen und Mädchen weltweit seien Opfer dieser Praxis.

Hochzeitsgast Putin kein Thema bei Gespräch mit Pompeo
Der Besuch von Russlands Präsident Wladimir Putin bei Kneissls Hochzeit in der Steiermark war während der UNO-Woche in New York kein Thema, auf das die Außenministerin angesprochen wurde. Auch bei einem kurzen Meinungsaustausch mit ihrem US-Amtskollegen Mike Pompeo am Dienstag sei das Thema nicht zur Sprache gekommen, teilte Kneissls Sprecher Thomas Schnöll am Samstag mit. Kneissl nahm zusammen mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Kanzler Sebastian Kurz an der diesjährigen Generaldebatte der Vereinten Nationen teil.

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