Sa, 20. Oktober 2018

Welt-Tollwut-Tag

27.09.2018 12:02

„Vier Pfoten“ impfen in Myanmar eine Million Tiere

Angesichts des Welt-Tollwut-Tags am 28. September kündigt “Vier Pfoten“ sein neues Mammutprojekt in Myanmar an: Innerhalb von drei Jahren sollen 1.000.000 Hunde und Katzen gegen Tollwut geimpft werden. Damit unterstützt die Tierschutzorganisation Myanmars Pläne, Tollwut bis 2030 komplett auszurotten. Hilfe ist in der Region dringend nötig, denn nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben in Myanmar jedes Jahr rund 1000 Menschen an der tödlichen Infektion.

Die „Vier Pfoten“ und Myanmars Tierhaltungs- und Veterinäramt (LBVD) leiten eine neue Ära im Kampf gegen Tollwut ein. Zwischen 1. Februar 2019 und 31. Dezember 2021 werden eine Million Hunde und Katzen - Großteils Streuner - in Myanmar gegen den tödlichen Virus geimpft. Die Tierschutzorganisation stellt dafür Impfstoffe für 500.000 Tiere, internationale Experten sowie die notwendige Ausrüstung zum Einfangen und Kennzeichnen der Tiere zur Verfügung. Auch die Datensammlung und Umsetzung des Massenimpfprogramms liegt in der Verantwortung der Tierschutzorganisation. LBVD wird den Rest der benötigten Impfstoffe bereitstellen und das Personal vor Ort sichern. Ein Team von rund 100 Personen soll die Impfungen im Naypyidaw-Territorium sowie in den Regionen Yangon, Mandalay, Bago und dem Rakhaing-Staat durchführen. „Gemeinsam mit den Menschen in Myanmar kommen wir dem Traum von einer Welt ohne Tollwut einen Schritt näher. Es wird ein harter und langer Weg, aber er wird sich lohnen - für die Menschen und Tiere. Ich kann es kaum erwarten, das millionste Tier zu impfen“, sagt „Vier Pfoten“-Tierarzt und Leiter des Projekts Amir Khalil.

Zwei erfolgreiche Pilotprojekte im Jahr 2018
Im März und Mai 2018 hat „Vier Pfoten“ zusammen mit LBVD und lokalen sowie internationalen Tierärzten bereits zwei Testprojekte in Myanmar umgesetzt. Das Team impfte in acht Wochen 59.058 Tiere in 516 Dörfern und den Hauptstädten der Gemeinden Lewe und Nyaung-U, die sich beide in der Mandalay-Region befinden. Mit einer aufmerksamkeitsstarken Aufklärungskampagne unterstützte die Tierschutzorganisation das Massenimpfprogramm. „Bewusstsein für die Krankheit und die richtige Behandlung von Tieren ist genauso wichtig wie die Impfungen selbst. Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass streunende Tiere in der heißen Jahreszeit aggressiver sind und deshalb vorher getötet werden müssen. Wir wollen Tollwut, aber auch das unnötige und brutale Töten dieser Tiere stoppen. Deshalb setzen wir weiterhin auf Aufklärung“, sagt „Vier Pfoten“-Tierärztin Marina Ivanova, die das Projekt in Myanmar ebenfalls begleitet.

Null Todesfälle durch Tollwut ab 2030
Myanmar unterstützt das weltweite Ziel der WHO, die Übertragung von Tollwut von Hunden auf Menschen ab 2030 gänzlich zu stoppen. Die Ausgangssituation ist jedoch nicht einfach. Laut LBVD sind von den geschätzten vier Millionen Hunden im Land rund 70% Streuner. Im Jahr 2017 wurden etwa 62.000 Menschen von Hunden gebissen; 40% der Bissopfer waren Kinder unter 15 Jahren. Ungefähr 1.000 dieser Bisse verliefen aufgrund von Tollwut-Infektionen tödlich – aber es gibt Hoffnung. „Wir freuen uns, unsere Partnerschaft mit Myanmar weiterzuführen, denn der Traum von einer Welt ohne Tollwut ist machbar und realistisch. Mit bereits einem Euro kriegen wir ein Tier tollwutfrei – und jedes geimpfte Tier trägt zur Ausrottung der tödlichen Infektion bei”, sagt „Vier Pfoten“-Gründer und Präsident Heli Dungler.

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