Di, 22. Jänner 2019

1938-2018

18.08.2018 11:51

Ex-UNO-Generalsekretär Kofi Annan gestorben

Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan ist im Alter von 80 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben. Das bestätigte die Internationale Organisation für Migration der UN am Samstagmorgen. Annan galt als einer der bekanntesten und beliebtesten Generalsekretäre der UNO. Insgesamt arbeitete er mehr als 40 Jahre im Dienst der Vereinten Nationen, unter anderem als Leiter der UNO-Friedensmissionen. 2012 wurde er UNO-Sonderbeauftragter für Syrien. Fünf Monate später gab er das Mandat zurück.

Annan war von 1997 bis 2006 Generalsekretär der Vereinigten Nationen. Im Jahr 2001 erhielt der aus Ghana stammende Annan gemeinsam mit der UN den Friedensnobelpreis. Er war der erste Politiker aus dem südlichen Teil Afrikas im Amt des Generalsekretärs.

Annan wurde am 8. April in der Stadt Kumsai geboren. Seit 1962 arbeitete er mit Unterbrechungen für die Vereinten Nationen, am 13. Dezember 1996 auf Vorschlag der USA wurde er zum Generalsekretär gewählt und trat sein Amt am 1. Jänner 1997 an.

Wiederwahl 2001 unumstritten
Fünf Jahre später hatte er sich international einen solchen Ruf erworben, dass seine Wiederwahl unumstritten war. 2001 wurde er wiedergewählt und stand bis 2006 an der Spitze der UNO. Danach setzte Annan sich für die Bekämpfung des Klimawandels sowie eine nachhaltige Umweltpolitik ein und sowie für eine Lösung der Darfur-Krise.

Annans Frau Nane und ihre drei Kinder seien in seinen letzten Tagen an seiner Seite gewesen. Er habe „während seines gesamten Lebens für eine gerechtere und friedlichere Welt“ gekämpft, heißt es in der Mitteilung seiner Stiftung. Zwei enge Mitarbeiter des Nobelpreisträgers sagten der Nachrichtenagentur Reuters, der 80-Jährige sei am frühen Morgen in einem Krankenhaus in Bern gestorben.

Moralisches Gewissen der Welt
In seinen zehn Jahren an der Spitze der Vereinten Nationen galt Annan als das moralische Gewissen der Welt. Er setzte sich mit Charisma und diplomatischem Geschick für Arme und Unterdrückte ein, warb für Frieden und Gerechtigkeit und bot den USA im Streit um den Irak-Krieg die Stirn.

Immer wieder bekam er aber auch die Ohnmacht der Weltorganisation zu spüren. Fast sechs Monate lang versuchte Annan als UNO-Sondergesandter, eine Lösung für den Syrien-Konflikt zu finden und den Krieg zu einem Ende zu führen. Doch die Interessensgegensätze der syrischen und ausländischen Kriegsparteien waren zu groß.

Michaela Braune
Michaela Braune

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