Mo, 22. Oktober 2018

Fünf Mrd. m³ Wasser

24.07.2018 13:54

Tote und Hunderte Vermisste nach Dammbruch in Laos

Nach einem Dammbruch im südostasiatischen Laos werden Hunderte Menschen vermisst. Der Staudamm eines seit 2013 im Bau befindlichen Wasserkraftwerks in der südöstlichen Provinz Attapeu ist am Montagabend gebrochen und hat offiziellen Angaben zufolge die Umgebung mit fünf Milliarden Kubikmetern Wasser überflutet. Tausende Häuser und Wohnungen wurden weggespült.

Beim Bruch des Damms Xepian-Xe Nam Noyha (Bild unten) habe es mehrere Todesopfer gegeben, Hunderte weitere Menschen würden noch vermisst, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur des autoritär regierten Landes am Dienstag.

Provinzregierung ruft Bevölkerung zu Hilfe auf
Tausende Anrainer sind einem Bericht der „Laotian Times“ zufolge gestrandet, der Wasserpegel steigt weiter an. Die Provinzregierung bat demnach die Öffentlichkeit um Hilfsgüter wie Kleidung, Nahrung, Trinkwasser und Medikamente sowie Geldspenden.

Der Staudamm wird vom Energieunternehmen Xe Pien-Xe Namnoy (PNPC) gebaut. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen des thailändischen Konzerns Ratchaburi Electricity Generating Holding, Korea Western Power und einem laotischen Staatsunternehmen. Der Grundstein für das 1,2 Milliarden Dollar (rund eine Milliarden Euro) teure Bauvorhaben war bereits 2013 gelegt worden. Ab 2019 sollte das Wasserkraftwerk 410 Megawatt Strom produzieren, wie es auf der PNPC-Website heißt.

Laos will „Energiezelle Südostasiens“ werden
In dem autoritär regierten kommunistischen Land werden derzeit mehrere Wasserkraftwerke gebaut oder geplant. Laos will dadurch zur „Energiezelle Südostasiens“ aufsteigen. Den Großteil der in seinen Wasserkraftwerken produzierten Energie exportiert das arme und international isolierte Land in Nachbarstaaten, insbesondere nach Thailand.

Umweltorganisationen warnen schon seit Längerem vor negativen Folgen des Staudammbaus in Laos. Sie sehen insbesondere die Auswirkungen auf die Flora und Fauna des Mekong kritisch und warnen vor den gravierenden Folgen für die Anrainer, etwa durch Massenumsiedlungen.

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