Mo, 17. Dezember 2018

Brände in Griechenland

24.07.2018 16:50

Letzter Ausweg: Menschen & Tiere flüchten ins Meer

Die verheerenden Waldbrände in Griechenland haben bereits mindestens 74 Menschenleben gefordert. In der von dichten Pinienwäldern umgebenen Hafenstadt Rafina mussten die Bewohner vor den Flammen ins Meer flüchten, weil alle anderen Fluchtwege blockiert waren. Es dauerte stundenlang, bis alle aus dem Wasser gerettet waren.

Das jüngste Opfer ist ein erst sechs Monate altes Baby. Es starb an einer Rauchgasvergiftung. Griechenlands Innenminister Panos Skourletis sprach von einer „nationalen Tragödie“. Während die meisten Opfer im Badeort Mati nordöstlich von Athen zu verzeichnen waren, spitzt sich die Lage auch in der Hafenstadt Rafina immer weiter zu. Die Stadt ist von dichten Pinienwäldern umgeben, weshalb das Feuer immer weiter vordringt.

Straßen aus Rafina verstopft
Tausende Menschen flohen beriets aus der Region, immer mehr wollen es ihnen gleichtun. Dies sorgt für verstopfte Straßen und Staus. Die einzige Möglichkeit, sich vor dem Inferno zu retten, ist oft das Meer. Hunderte Menschen und auch Tiere flohen ins Wasser. „Man konnte nicht atmen. Es war schrecklich“, sagte ein Mann im Staatsfernsehen. Bilder in sozialen Netzwerken zeigen, dass sich die Flüchtenden Sessel ins Wasser mitnahmen, um nicht stehen zu müssen. Die anschließende Rettungsaktion dauerte stundenlang. Fischer und die Besatzungen von vorbeifahrenden Schiffen zogen die verängstigten Menschen aus den Fluten.

Evangelos Bournous, Bürgermeister von Rafina, erklärte am Dienstag, dass „die Zahl der Toten steigt“. Bis zum Nachmittag waren bereits mindestens 74 Todesopfer zu verzeichnen, hieß es vonseiten der Feuerwehr.

Besonders betroffen von den am Montagnachmittag ausgebrochenen Bränden ist der in der Region liegende Badeort Mati, etwa 29 Kilometer von der griechischen Hauptstadt entfernt. Viele Menschen starben, als die außer Kontrolle geratenen Brände rasend schnell durch den kleinen Ort fegten. Den Flüchtenden versperrten hohe Flammen und dichte Rauchschwaden den Weg zum Meer.

Einer der Retter habe berichtet, dass sich 26 Menschen in einem Feld etwa 30 Meter vom Strand entfernt aneinanderklammerten, sagte der Leiter des Roten Kreuzes in Griechenland, Nikos Economopoulos. „Sie hatten versucht, eine Fluchtgasse zu finden, aber leider haben es diese Menschen und ihre Kinder nicht mehr rechtzeitig geschafft.“

„Mati existiert nicht mehr“
Mati liegt in der Region Rafina, die vor allem bei griechischen Urlaubern beliebt ist. Viele Kinder verbringen dort den Sommer in Ferienlagern. Dienstagfrüh bot sich den Rettungskräften ein Bild der Verwüstung: Zum Teil stieg noch immer weißer Rauch auf, ausgebrannte Fahrzeuge standen vor drei- bis vierstöckigen Wohnblocks, die Brandschäden aufwiesen. Die Feuerwehr warnte, dass die Flammen noch immer nicht ganz unter Kontrolle seien, auch wenn sie sich dank nachlassender Winde nur noch langsam ausbreiteten. „Mati existiert als Siedlung nicht mehr“, sagte ein Frau im Fernsehen. „Ich bin froh, am Leben zu sein.“

Griechenland bittet EU-Staaten um Hilfe
Die Behörden baten angesichts der Lage um Hilfe bei anderen Ländern der Europäischen Union. Zypern und Spanien boten ihre Unterstützung an. Das Feuer in Mati war das verheerendste in Griechenland seit der Brandkatastrophe auf der Halbinsel Peloponnes im August 2007, bei der Dutzende Menschen starben. Neben den Toten wurden in Mati meh als 170 Menschen verletzt, wie die Behörden mitteilten. Unter ihnen sind viele Kinder. Elf Menschen befanden sich auf Intensivstationen.

„Bewohner und Besucher in der Region konnten nicht rechtzeitig fliehen, obwohl sie nur ein paar Meter vom Meer entfernt in ihren Häusern waren“, sagte eine Feuerwehrsprecherin. Die Küstenwache rettete nach eigenen Angaben gemeinsam mit anderen Helfern 696 Menschen, aber auch vier Leichen seien aus dem Wasser gezogen worden.

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