„Geglückter Jahrgang“

Tanja Maljartschuk gewinnt Bachmann-Preis

Österreich
08.07.2018 15:43

Der 42. Ingeborg-Bachmann-Preis geht an eine Autorin, die erst vor wenigen Jahren Deutsch gelernt hat: Die seit 2011 in Wien lebende Ukrainerin Tanja Maljartschuk (35) ist am Sonntag im ORF-Theater Klagenfurt mit dem renommierten Literaturpreis ausgezeichnet worden. Damit waren fast alle zufrieden. „Ein geglückter Jahrgang“, resümierte auch Jury-Vorsitzender Hubert Winkels.

Winkels ortete im Verlauf des dreitägigen Wettlesens, zu dem sieben Autorinnen und sieben Autoren angetreten waren, „viele Geschichten, die sehr gut gebaut waren. Das war nicht immer so. Klagenfurt hat eine lange Tradition experimenteller Texte. Aber gut erzählte Geschichten gelten heute mehr als bisher.“ Die Jury entschied sich am Ende für Beiträge, in denen Sprache Mittel zum Zweck war und sich nicht in den Vordergrund schob.

25.000 Euro gewonnen
Die Einsamkeit und Ausgeschlossenheit eines als Hilfsarbeiter tätigen Migranten und einer dementen alten Frau führte Tatjana Maljartschuk in ihrem Klagenfurt-Text „Frösche im Meer“ zusammen und wurde mit dem 25.000 Euro schweren Hauptpreis belohnt - ein Ansporn für die Weiterarbeit in einer Sprache, die für die bisher auf Ukrainisch schreibende Ex-Journalistin eine Herausforderung ist, der sie sich gerne und erfolgreich stellt.

(Bild: APA/GERT EGGENBERGER)

Dem im Stechen unterlegenen Deutschen Bov Bjerg blieb der Deutschlandfunk-Preis - dank 12.500 Euro Dotierung wahrlich mehr als ein Trostpreis. Raphaela Edelbauer, die einzige Österreicherin im Teilnehmerfeld, kam mit ihrem in den Untergrund und in eine verdrängte Vergangenheit führenden Text „Loch“ zwar ebenfalls in die Stichwahl, wurde in der Folge jedoch immer wieder überstimmt.

Wienerin gewinnt Publikumspreis
Dafür setzte sich die 28-Jährige bei der im Internet durchgeführten Publikumswahl durch. Der BKS-Bank-Publikumspreis in der Höhe von 7000 Euro und das damit verbundene und mit 5000 Euro dotierte Klagenfurter Stadtschreiberstipendium waren keine schlechte Ausbeute für die Wienerin, die mit ihrem Prosa-Debüt „Entdecker. Eine Poetik“ heuer bereits den Rauriser Literaturpreis gewonnen hat und zudem in Klagenfurt das Autoren-Wettschwimmen im Wörthersee für sich entscheiden konnte.

Raphaela Edelbauer (Bild: APA/GERT EGGENBERGER)
Raphaela Edelbauer
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