Di, 17. Juli 2018

Ergebnisse im August

06.07.2018 16:59

13.000 Bewerber stürmten Medizin-Tests

Ansturm auf die 1700 Studienplätze an den heimischen Medizinischen Universitäten: 13.000 Bewerber strömten am Freitag zu den neunstündigen Eignungstests. Doch unter den besten zu sein, garantiert keinen fixen Platz, denn auch Bewerber aus dem EU-Ausland und aus Drittstaaten kommen zum Zug.

Nur jeder achte Bewerber bekommt in Wien einen heiß ersehnten Studienplatz. Auch wenn es rund 600 Teilnehmer weniger waren als im Vorjahr, der Ansturm auf die Hallen in der Messe Wien beim Prater Freitagfrüh war enorm: Exakt 5945 Studienwerber traten für 740 Plätze bei dem Aufnahmetest für die renommierte MedUni Wien an. „Ich bin extra aus München angereist, will hier studieren und einmal eine Chirurgin werden“, sagte die 22-jährige Elena Gerber beim „Krone“-Lokalaugenschein wenige Minuten vor dem Start des neunstündigen Aufnahmetests für die angehenden Mediziner.

3000 Prüflinge drückten sich trotz Anmeldung
Für die Teilnahme an der schriftlichen XXL-Prüfung, bei der unter anderem Biologie, Chemie, Physik und Mathematik, Lesekompetenz und Textverständnis überprüft werden, galt es, 110 Euro zu bezahlen.

In ganz Österreich stellten sich am Freitag gleichzeitig insgesamt 12.552 von 15.880 angemeldeten Bewerbern dem einheitlichen Aufnahmeverfahren „MedAT“ - neben dem Standort Wien ist es auch an den öffentlichen Hochschulen in Innsbruck und Graz sowie an der Medizinischen Fakultät der Johannes Kepler Universität Linz möglich, Medizin zu studieren. In Tirol stürmten 2897 zum „MedAT“-Test, in Graz hatten es 2441 zur Prüfung geschafft, in Linz nahmen 1269 teil.

Bitterer Beigeschmack: Unter den besten bei der Prüfung zu sein, garantiert noch keinen fixen Startplatz. 75 Prozent der Studienplätze gehen an Kandidaten mit österreichischem Maturazeugnis, 20 Prozent sind für EU-Bewerber und fünf Prozent für Studienwerber aus Drittstaaten vorgesehen. Die Prüfungsergebnisse sollen dann ab Mitte August verfügbar sein.

Nur sechs von zehn Ärzten halten Österreich die Treue
Nach bestandenem Eignungstest starten im Herbst dann 1700 junge Männer und Frauen ihre Ausbildung zum Mediziner. Allerdings werden später erfahrungsgemäß nur 60 Prozent in Österreich ihrem Job nachgehen, der Rest wandert ins Ausland ab. Die gute Nachricht: Es zeichnet sich eine Trendwende ab.

„Die Arbeitsbedingungen haben sich zuletzt verbessert“, so der Präsident der Ärztekammer, Thomas Szekeres, zur „Krone“. „Ich hoffe, dass dieser Trend anhält.“ Demnach werden in Österreich insgesamt genug Mediziner ausgebildet, jeder Vierte geht seinem Job allerdings später im Ausland - großteils in Deutschland - nach. Mehr Ausbildungsplätze würden das Problem auch nicht lösen, so Szekeres. Vor allem nicht auf dem Land, wo der Ärztemangel auf vielschichtige Probleme zurückzuführen ist: oft fehlende Kinderbetreuungsplätze, mangelhafte Infrastruktur, kaum Jobchancen für die Ehepartner von Ärzten.

Und in den kommenden Jahren reißt unser Gesundheitssystem, das zu den besten der Welt zählt, noch an einer anderen Stelle ein Problem auf: Es rollt eine riesige Pensionierungswelle an - bis zu 60 Prozent der niedergelassenen Ärzte treten den Ruhestand an.

Matthias Lassnig und Oliver Papacek, Kronen Zeitung

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