Fr, 19. Oktober 2018

Talbot Runhof:

06.07.2018 06:22

Papagenas neues „Feenkleid“

Münchner Designer-Duo präsentierte in der Diva Boutique von Marianne Köhler bezaubernde Festspielroben und die neue H/W-Kollektion

Gerade erst haben Johnny Talbot und Adrian Runhof die Crew des Münchner Sternerestaurants Tantris eingekleidet. Selbstverständlich ist die Tantris-Tracht an den 70er Jahre-Style angelehnt, für den der Schwabinger Nobelschuppen nicht nur über die Grenzen hinaus bekannt ist, sondern auch die Behörden dazu veranlasste die Räumlichkeiten 2012 sogar unter Denkmalschutz zu stellen. So wurden etwa die floralen Muster der Vorhänge im Damen-Waschraum auf weiße Kleider gedruckt und orangefarbenen Fliegen und Krawatten aus Strick produziert.

Weit entfernt vom kultigen Hippie-Look ist die Festspielrobe, die das Münchner Designer-Duo bereits zum dritten Mal für Marianne Köhlers „Diva“-Boutique schneiderte. „Es ist ein Hauch von einem Kleid, dass die Silhouette der Trägerin in zwölf Tüll-Lagen in vier verschiedenen Schattierungen von Zuckerwatte- bis Hustenbonbonfarben umspielt, und ihr so eine feenhafte Erscheinung verleiht“, so Talbot und Runhof, die ihre Kreation von keiner geringeren als der Papagena in der diesjährigen Festspielproduktion von Mozarts „Zauberflöte“ Maria Nazarova präsentieren ließ. „Ich habe zwar sehr viele prachtvolle Roben, aber so eine zarte und dennoch elegante fehlt noch in meinem Schrank“, schwärmte die ukrainische Koloratursopranistin und Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper. Kein Problem, Marianne Köhler machte sie der jungen Sängerin nach ihrer wunderbaren Darbietung von Liedern von Puccini, Ravel und Rachmaninow ohnehin gerne zum Geschenk.

Neben dem Festspielkleid wurde in der Sigmund Haffner-Gasse auch die Herbst/Winter-Kollektion der Couturiers vorgeführt. „Dafür haben wir uns von der deutschen Tracht von der Nordsee bis Berchtesgaden, die Fotograf Gregor Hohenberg in seinem Bildband ,Trachten’ perfekt dokumentiert, inspirieren lassen. Natürlich haben wir sie nicht eins zu eins umgesetzt, sondern uns spannende Details wie Farben, Muster und Ripsbänder herausgepickt“, verrieten die Beiden, die zu Salzburg eine enge Verbindung pflegen. „Neben Marianne Köhler, sind wir auch mit Helga Rabl-Stadler noch von ihrer Zeit als Resmann-Geschäftsfrau eng verbunden, und insofern können wir bei ihr auch kurzfristig wegen Festspielkarten anklopfen. Schließlich ist die Kunst eine große Inspirationsquelle für unsere Mode.“ Talbot und Runhof haben im übrigen auch schon Kostüme für einige Bühnenstücke wie z.B. Cayetone Sotos Ballett-Inszenierung „Carmen“ am Dortmund Theater oder Janáčeks „Die Sache Makropulus“ am Gärtnerplatztheater in München gestaltet. „Je progressiver eine Inszenierung, umso mehr Gefallen finden wir daran.“

Tina Laske
Tina Laske

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.