Sa, 15. Dezember 2018

Schule sperrt zu

28.06.2018 05:30

Bitter: Gleinstätten verliert 560 Berufsschüler

Gedämpfte Stimmung herrscht dieser Tage in Gleinstätten. Wie Anfang 2017 von der Landesregierung beschlossen, sperrt die Berufsschule nach dem Freitag zu; die Ausbildung wird nach Fürstenfeld und Bad Gleichenberg ausgelagert. Keine gute Nachricht für rund 60 Schul-Mitarbeiter und viele örtliche Betriebe.

Für rund 560 Berufsschüler ist am Freitag der letzte Schultag in Gleinstätten, bevor kommende Woche der große Umzug beginnt. 230 angehende Bäcker, Konditoren und Fleischer übersiedeln mit Herbst nach Bad Gleichenberg, 330 Lehrlinge in Textilhandel, Textilgestaltung und Bekleidungsgestaltung nach Fürstenfeld.

Mit der Verlegung reagierte Bildungslandesrätin Ursula Lackner (VP) vor eineinhalb Jahren auf sinkende Lehrlingszahlen in der Steiermark. Lagen diese 2012 bei 20.000, so waren es 2017 nur noch 17.000. Im gleichen Zeitraum fielen 900 Lehrbetriebe weg. Allerdings, so heißt es aus dem Bildungsressort heute, sei die Talsohle erreicht, die Zahlen seien derzeit stabil.

Sanierung hätte 15 Millionen Euro gekostet
Letzteres ist der Grund, warum man in Gleinstätten wenig Verständnis für die Schließung hat. „Wir mussten im Herbst sogar neue Klassen aufmachen, weil die Nachfrage höher war“, erzählt Schulleiter Walter Huber. Hauptgrund für die Verlegung sei weniger der Lehrlingsschwund als der 40 Jahre alte Schulkomplex samt Lehrlingsheim, der saniert werden müsse - um geschätzte 15 Millionen Euro.

Huber selbst wird ab Herbst Direktor-Stellvertreter in Fürstenfeld. Von den Lehrern wandern elf nach Fürstenfeld aus, acht nach Bad Gleichenberg. Für die Schüler, die größtenteils ohnehin im Internat wohnen, ändert sich wenig, so Huber, aber: "Viele Kollegen leben in der Gegend, die werden weit pendeln müssen. Nach Fürstenfeld sind es 75 Minuten - in eine Richtung.“

Bürgermeister trauert um 60 Arbeitsplätze
Noch härter trifft es jene Beschäftigten, die nicht im Landesdienst sind, klagt Bürgermeister Franz Koller: „Die Lehrer werden versetzt. Aber was tut eine Reinigungskraft oder eine Küchenhilfe?“ Insgesamt, so der Bürgermeister, gehen in Gleinstätten 60 Arbeitsplätze und damit viel Kaufkraft verloren. Auch die Gastronomie werde den Wegfall von 560 Schülern spüren.

Matthias Wagner
Matthias Wagner

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