Di, 17. Juli 2018

Auftrittsverbot

26.06.2018 08:00

Kasperltheater um schöne Formel-1-Girls

Nur noch wenige Tage bis zum großen Formel-1-Grand-Prix in der Steiermark. Vettel, Hamilton, Ricciardo & Co. ziehen wieder, der Ticketverkauf läuft weit besser als im Vorjahr. Im Umkreis von 40 Kilometern sind alle Unterkünfte ausgebucht. Eines werden die Fahrer und Fans aber heuer vermissen: die Formula Unas.

Anfang Februar flatterte von Liberty Media, dem Rechteinhaber der Formel 1, eine Meldung nach Spielberg, die für Kopfschütteln sorgte: „Die Grid Girls passen nicht in das neue, familienfreundliche, politisch korrekte Marketing-Konzept.“ Federführend war die Ehefrau von Liberty-Manager Greg Maffei.

„Ein unfassbares Kasperltheater“, ärgerte sich nicht nur Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz, „die Formel 1 hätte Wichtigeres zu tun, als über Grid Girls zu debattieren.“ Zumal auf dem Red Bull Ring die Startnummern-Girls auch nicht in sexy Tops und Hotpants gekleidet waren, sondern in traditionelle Dirndln. Aber auch die Formula Unas sind Liberty nicht recht. Vielmehr will man Grid Kids einsetzen, ausgewählt werden dafür junge Kart-Fahrer.

Doch gegen die Grid Kids protestierten nach der Premiere beim Melbourne-GP die Fahrer: Die Kinder seien kurz vor dem Start nicht einfach dekorativ dagestanden, wie man das von den Grid Girls gewohnt war, sondern hätten Fragen gestellt und die Stars in ihrer Konzentration abgelenkt. Zudem sei es zu einer brenzligen Situation gekommen, als ein Kind plötzlich zu laufen anfing und beinahe von der McLaren-Crew überrollt wurde.

Am Grand-Prix-Wochenende werden dennoch einige Formula Unas in Spielberg zu sehen sein. „Sie werden abseits der Strecke in verschiedenen Bereichen Aufgaben haben“, sagt Ring-Sprecher Stefan Hötschl.

Vettel & Co. gegen das Verbot
Bei den Fahrern und Rennstallbossen sorgt das Verbot ebenfalls für Unverständnis. „Frauen sind das Schönste auf der Welt“, sagt Weltmeister Lewis Hamilton, der es begrüßte, dass sich die Veranstalter von Monaco über das Verbot hinwegsetzten und die hübschen Girls von Uhrensponsor Tag Heuer mit den Grid-Kids zum Einsatz brachten.

Auch Ferrari-Star Sebastian Vettel schüttelt den Kopf: “Alles unnötig aufgeblasen. Ich glaube nicht, dass irgendein Grid-Girl in der Vergangenheit dazu gezwungen worden ist. Ich denke, sie haben genossen, was sie da getan haben.„

“Grid-Girls gehören zum Motorsport wie der Lärm und der Sound„, sagt Österreichs Ex-F1-Pilot Patrick Friesacher - und für Österreichs Formel-1-Ikone Niki Lauda ist das alles unverständlich: “Ich finde es schade, dass mit dieser Tradition gebrochen wird. Damit tut man der Formel 1 und vor allem den Frauen keinen Gefallen.„ Für zu leicht bekleidete Damen hätte Lauda eine Lösung parat: “Man braucht ihnen doch nur etwas mehr anzuziehen.„ Wie den “Formula Unas„ in Spielberg! Lauda weiter: “Wenn man konsequent so weitermacht, gibt’s in Amerika bald kein Cheerleading mehr."

Michael Jakl und Volker Silli, Kronen Zeitung

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