Mo, 20. August 2018

Vertrags-Aus 2019

23.06.2018 08:34

Renault & Red Bull: Scheidung, kein Liebesentzug

Ausgerechnet vor der Rückkehr der Formel 1 nach Frankreich wurde Renault von Red Bull ein Korb für 2019 gegeben - die Franzosen drohen, doch die „Bullen“ reagieren entspannt.

Japanischer Besuch bei Motorsportberater Helmut Marko in der Hospitality von Red Bull am Circuit Paul Ricard. Seit dieser Woche ist die Katze ja aus dem Sack, der Vertrag für 2019 und 2020 mit Honda in der Tasche. Ausgerechnet vor deren Heim-GP in Frankreich an diesem Sonntag hat Red Bull also Renault einen Korb gegeben - Zufall? „Das war auf Druck von Renault, die haben uns ein Ultimatum gestellt“, verrät Marko der „Krone“, „wir wollten das erst nach Österreich machen.“

„Sie werden es bereuen“
Trotzdem war’s ein Stich ins französische Herz, den Sportdirektor Cyril Abiteboul nicht so auf sich sitzen lässt: „Sie werden es bereuen!“ Darüber kann Marko allerdings nur schmunzeln: „Wenn eine Ehe endet, gibt es immer harsche Worte. Ich hoffe, dass sich das wieder beruhigt.“

Zuletzt hat Red Bull dank des Motor-Updates einen Schritt nach vorne gemacht - droht nun „Liebesentzug“ der Franzosen? „Das wäre mehr als dumm, der Herr Cyril muss sich auch gegenüber seinem Vorstand verantworten“, so Marko, „die Wettbewerbsfähigkeit des Motors kann er nur mit uns beweisen. Ich nehme nicht an, dass Renault so kleinkariert reagiert.“

„Bleiben gefährlich“
Damit rechnet auch die Konkurrenz nicht: „Renault ist eine professionelle Firma, und es gibt auch Verträge. Außerdem gibt ihnen Red Bull eine gute Vergleichsmöglichkeit“, meint Mercedes-Teamchef Toto Wolff, „sie werden ihnen vielleicht nicht mehr alles an Hardware zeigen, aber die volle Leistung werden sie ihnen schon noch liefern.“

Damit müssen er und Weltmeister Lewis Hamilton die „Bullen“, die heuer durch Ricciardo schon zwei Siege eingefahren haben, im Auge behalten: „Ja, die bleiben gefährlich, denn sie haben ein gutes Chassis.“

Stefan Burgstaller, Kronen Zeitung

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