So, 21. Oktober 2018

Job zu unattraktiv

19.06.2018 05:30

Gemeinden fehlen Nachwuchs-Bürgermeister

Bis zur nächsten regulären Wahl 2021 wird in Oberösterreich noch knapp ein Drittel der 440 Bürgermeister getauscht. Das Problem: Der Ortschef-Job ist für viele nicht mehr attraktiv, weshalb der Gemeindebund am 19. Juni beim Gemeindetag in Freistadt über die schwierige Situation berät. Tatsächlich fehlt in manchen Gemeinden (aus heutiger Sicht) der Nachwuchs!

„Ein Bürgermeister genießt großes Vertrauen. Umfragen besagen, etwa doppelt so viel wie ein Landespolitiker“, weiß Gemeindebund-Chef Hans Hingsamer (62), seit 1991 VP-Bürgermeister in Eggerding. Trotzdem: In immer mehr Gemeinden gibt es Schwierigkeiten, Ortschefs zu finden. Beim Gemeindebund-Tag in Freistadt liegt deshalb ein Schwerpunkt am Bürgermeisteramt.

Fall St. Wolfgang schreckt ab
Vizepräsident Manfred Kalchmair (59), SP-Ortschef von Sierning, verweist auch auf Skandale, wie jener rund um 900 nicht bearbeitete Bauakten in St. Wolfgang: „Seit diesem Vorfall sind alle noch vorsichtiger. Wenn ein Bürgermeister ständig Angst haben muss, bei den vielen Aufgaben was falsch zu machen, ist das nicht attraktiv. Auch, wenn Missstände aufgeklärt werden müssen, steht man schnell vor dem Staatsanwalt.“

Krankenanstaltenbeitrag gegen Kinderbetreuung tauschen
Hingsamer fordert, dass zum Beispiel der Krankenanstaltenbeitrag künftig vom Land und die Kinderbetreuung von den Gemeinden bezahlt werden. Auch die Entlohnung der Bürgermeister gehöre geändert.

Job-Unterteilung in haupt- und nebenberuflich abschaffen
Die Unterteilung in haupt- und nebenberuflich soll abgeschafft und das Gehalt auf Gemeindegröße abgestimmt werden. Peter Oberlehner (58), seit 1997 VP-Bürgermeister von Pötting, ergänzt: „Von meinen vielen Aufgaben ist es die schönste, Bürgermeister zu sein. Aber des Geldes wegen macht heutzutage keiner mehr dieses Amt.“

Simone Waldl, Kronen Zeitung

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