Sa, 15. Dezember 2018

Wer darüber bestimmt

06.06.2018 06:30

Höhere Preise für Öffis, Wärme, Müll & Co. in Graz

In Graz wird ordentlich an der Preisschraube gedreht: Die Öffis und die Fernwärme werden teurer, Müllgebühren usw. wurden gerade wieder erhöht. Zumindest die Stromkosten und die Parkgebühren bleiben (vorerst) unangetastet. Aber wer entscheidet eigentlich, ob Gebühren erhöht oder Tickets teurer werden oder nicht?

Öffis: Alle Jahre wieder werden die Tickets per 1. Juli teurer - so auch heuer. Die verbilligte Jahreskarte kommt auf 265 statt aktuell 247 Euro (gestartet war man vor 3,5 Jahren mit einem Preis von 228 Euro). Die Stundenkarte wird 2,40 statt 2,30 Euro kosten, das 24-Stunden-Ticket 5,30 statt 5,10 Euro. Über die Erhöhungen entscheidet der steirische Verkehrsverbund. Der hat um die 60 Mitglieder. Graz ist allerdings nur mit einer Stimme vertreten, - und  hat so praktisch keinen Einfluss auf die Preisgestaltung.

Fernwärme: Die Energie Steiermark und die Energie Graz wollen eine Erhöhung um durchschnittlich fünf Prozent ab 1. August. Das Argument: Die letzte Anpassung habe es im April 2015 gegeben. Das letzte Wort hat hier die Preisbehörde, die beim Land Steiermark angesiedelt ist (aktuell beim Landeshauptmann). Die Sozialpartner (AK, WK) haben ein Mitspracherecht. Dass die Preisbehörde grünes Licht für die Erhöhung gibt, ist zu 99 Prozent fix. Auf den durchschnittlichen Haushalt (bis Ende 2018 steigt die Zahl der Fernwärmeanschlüsse in Graz auf 70.000) kommen moderate Mehrkosten von ca. drei Euro im Monat zu.

Stromkosten: Die Energie Graz plant derzeit keine Erhöhungen. Eingekauft wird der Strom über die Strombörse - die Preise dort ändern sich viertelstündlich.

Müll- und Kanalgebühren wurden heuer um 2,4 Prozent angehoben. Hier entscheidet allein die Stadtpolitik. Schwarz-Blau hat sich auf jährliche Erhöhungen (indexangepasst) geeinigt. Der Gebühren-Stopp von früher ist Geschichte.

Abschleppkosten: Parksünder müssen heuer um 3,38 Prozent mehr bezahlen.

Parkgebühren: Erhöhungen stehen derzeit nicht auf der Tagesordnung.

Marktgebühren: Die Grazer Standler müssen 2,4 Prozent mehr berappen (auch das hat Schwarz-Blau entschieden). Der Aufschrei der Standler ist groß.

Gerald Richter
Gerald Richter

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