Di, 14. August 2018

Lebenslange Haft droht

03.05.2018 14:51

Ehrenmord: Afghane wird als Erwachsener angeklagt

Der gebürtige Afghane, der am 18. September 2017 in Wien-Favoriten seine jüngere Schwester mit einem Kampfmesser getötet hat, wird sich wegen Mordes vor Geschworenen verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Hikmatullah S. zu Tatzeitpunkt 21 Jahre und drei Monate alt war. Damit gilt für den Angeklagten, der bei seiner Festnahme behauptet hatte, er wäre 18 Jahre alt, das Erwachsenenstrafrecht und damit ein Strafrahmen von zehn bis 20 Jahren oder lebenslange Haft. 

Verteidiger Nikolaus Rast akzeptiert das allerdings nicht. Er ist überzeugt, dass sein Mandant am 1. Jänner 1999 und nicht - wie inkriminiert - am 29. Mai 1996 geboren wurde. Daher hat Rast die Anklage beeinsprucht. Die Entscheidung, ob diese zugelassen wird, liegt beim Wiener Oberlandesgericht (OLG).

Video: Schon drei Anwälte schmissen hin

25 Messerstiche
Mindestens 25-mal hatte der Afghane laut Anklage Mitte September 2017 auf seine Schwester Bakhti - sie hatte sich als 14 Jahre alt ausgegeben, dürfte laut Obduktionsergebnis aber bereits 17 oder 18 Jahre alt gewesen sein, als sie starb - eingestochen, nachdem er sie an der U-Bahn-Station Reumannplatz am Weg zur Schule abgepasst hatte. In einem Innenhof in der Puchsbaumgasse zog Hikmatullah S. ein Kampfmesser und tötete die junge Frau. Das Motiv laut Anklage: Die Getötete hätte „nach Ansicht des Angeklagten die Familienehre befleckt“.

Laut Anklage unterdrückt und geschlagen
Bereits Monate vor ihrem Tod war Bakhti im Juli 2017 in ein Krisenzentrum geflüchtet, da die junge Frau zu Hause von ihrem Vater und dem nun angeklagten Bruder immer wieder geschlagen worden sein soll, so die Anklageschrift. Sie hatte sich offenbar den Regeln, die die beiden Männer aufgestellt hatten - etwa nicht alleine außer Haus gehen zu dürfen bzw. der Zwang, ein Kopftuch tragen zu müssen - widersetzt und sich dagegen aufgelehnt.

Zunächst ließ sich die junge Frau zur Rückkehr bewegen, doch nur vier Tage vor ihrem Tod nahm Bakhti erneut Reißaus und flüchtete ins Krisenzentrum, äußerte immer wieder, große Angst vor ihrer Familie zu haben und berichtete von dem Vorhaben ihres Vaters, sie in Afghanistan „gegen ihren Willen zu verheiraten und dort alleine zurückzulassen“, so die Anklage. Die junge Frau widersetzte sich jedoch, wurde daraufhin gefesselt und in der Wohnung eingesperrt. Ihr gelang die Flucht, um vier Tage später bei der U-Bahn-Station auf ihren Bruder zu treffen - ihren mutmaßlichen Mörder.

 krone.at
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