Do, 16. August 2018

Olympia 2026

23.04.2018 19:10

Stoss und Nagl stehen vor „vielen Hausaufgaben“

Die Idee von Olympia 2026 hat am Montag in Graz konkretere Formen angenommen: Bei einem „Visions-Workshop“ haben sich die Verantwortlichen der olympischen Wintersport-Fachverbände sowie Vertreter potenzieller Austragungsorte zu Gesprächen getroffen. ÖOC-Präsident Karl Stoss sprach von „vielen Hausaufgaben, aber die Chance ist da“. Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) nannte als nächsten Meilenstein die Machbarkeitsstudie sowie das Gesamtkonzept: Diese sollen im Juni vorliegen, wobei die Studie laut Stoss weniger als 300.000 Euro kosten werde.

Sie wird von der TU Graz, dem Joanneum Research, der Fachhochschule Campus02 und der Uni Seeburg erstellt. Nagls Amts- und Parteikollege aus Schladming, Jürgen Winter, nannte sieben Millionen Euro als jene Summe, die bis zur Entscheidung im September 2019 wohl für die Bewerbung verbraucht werde. Erst wenn die Machbarkeitsstudie sowie die Wirtschaftlichkeitsberechnung vorliegen, sollen weitere Gespräche mit Land und Bund geführt werden. „Wir wollen beweisen, dass wir Spiele für die Menschen, die Sportlerinnen und Sportler, organisieren können - kosteneffizient und nachhaltig. Wir haben eine hervorragende Wintersport-Infrastruktur“, unterstrich Stoss. Diese müsse zwar hier und da revitalisiert werden, aber dafür stelle das Internationale Olympische Komitee (IOC) auch 925 Millionen Dollar (rund 751,5 Mio. Euro) zur Verfügung. Das IOC wolle bewusst zu Kompaktheit von Spielen zurückkommen, so der ÖOC-Präsident. Österreich sei prädestiniert dafür: „Man will die Spiele in Länder bringen, bei denen Winter in der DNA steht.“

Bereits von 7. bis 9. Mai wird eine erste Delegation des IOC für zwei Tage zu Gast in Wien und in der Steiermark sein. Mit ihnen zusammen soll dann die Bewerbung aufgebaut werden, schilderte Nagl. Später werden auch die Sportstätten besichtigt, wobei diese in Graz, Schladming, Ramsau, am Kreischberg, in Bischofshofen, Inzell, Königssee und eventuell Hochfilzen zur Verfügung stehen. Die Gruppenphase der Eishockey-Bewerbe könnte laut Stoss durchaus in Klagenfurt, Villach, Salzburg, Linz oder Wien stattfinden - die Halbfinale und das Finale werden aber in der Host-City Graz über die Bühne gehen. „Ein olympisches Dorf haben wir noch nicht, aber die Gründe stehen zur Verfügung“, meinte Stoss weiter und spielte damit auf die Grazer Reininghausgründe an. Außerdem seien dezentrale olympische Dörfer etwa in Hochfilzen, Inzell und Königssee denkbar. Angesprochen auf eine mögliche Volksbefragung sagte Nagl, dass eine Befragung allein in Graz sowieso nicht mehr ausreichend sei, weil „wir tragen ganz Österreich“.

Sollte die KPÖ die 10.000 nötigen Unterschriften für eine Volksbefragung sammeln und die Befragung bringt ein mehrheitliches „Nein“, werde das zwar im Gemeinderat behandelt, „es dürfte aber keine Bremse geben“, erklärte der Bürgermeister. Die KPÖ kritisierte, dass das Ergebnis für Nagl nicht bindend sein werde: „Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass sich Nagl über den Willen der Bevölkerung stellt, wird er in die Geschichte eingehen: nämlich als weltweit einziger Bürgermeister, der sich über das Ergebnis einer Volksbefragung zu Olympia hinwegsetzt“, sagte Stadträtin Elke Kahr. Die Kommunisten, zweitstärkste Kraft in der steirischen Landeshauptstadt, haben eigenen Angaben zufolge bereits zwei Drittel der nötigen 10.000 Unterschriften beisammen: „Die Volksbefragung wird kommen“, gaben sie sich am Montag zuversichtlich. Nagl warf der KPÖ einen Missbrauch der direkten Demokratie vor, weil sie das Thema politisch ausnutzen würde. Stoss meinte, dass auch in London, Paris und Los Angeles keine Abstimmungen stattfanden und man „nicht nach Hindernissen suchen“ sollte, weil vielleicht keine da sind.

Claudia Lösch, mehrfache Teilnehmerin bei den Paralympics, die zehn Tage nach den Olympischen Spielen an denselben Stätten stattfinden, hob beim Pressegespräch die Sicht der Athleten hervor: „Sotschi und Pyeongchang waren artifiziell - teilweise mit schlechten Pistenverhältnissen. Ich erwarte mir etwa von Schladming perfekte Verhältnisse und ein großes Publikum. Das habe ich in Sotschi und Pyeongchang vermisst.“

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