Mo, 16. Juli 2018

Heliskiing-Abenteuer

06.04.2018 10:07

Mit Skiern auf Manas Spuren

Der Lesachtaler Peter Unterluggauer ist der einzige österreichische Heliskiing-Anbieter. Seine Lieblingsdestination sind die Himmelsberge in Kirgisistan.

Geht nicht, gibt’s für den Lesachtaler nicht. Denn als Bergführer und als Unternehmer ist Peter Unterluggauer stets lösungsorientiert unterwegs. Und das muss man sein, wenn man in Zentralasien erfolgreich sein will. Und man braucht auch eine große Portion Gelassenheit. Vorab: Das Ergebnis spricht für den Lesachtaler Abenteurer, den es schon immer in die weite Welt gezogen hat.

Doch der Reihe nach. „Vor 20 Jahren habe ich in Kanada als Heliski-Guide angeheuert, jedoch wurde mir rasch klar, dass mir dort Kultur und Geschichte nicht interessant genug sind“, so der 51-Jährige: „Mein Freund Mario Lugger hat mich damals gefragt, warum ich nicht nach Asien gehe.“ Gelandet ist der Lesachtaler dann bei einem Schweizer Anbieter in Georigen.

„Es waren die perfekten Lehrjahre für mich. Nach acht Jahren war ich soweit und bot meine erste selbst organisierte und auch selbst durchgeführte Heliski-Reise in die Türkei an. Die Berge sind dort einfach lässig, aber mit den Türken kann man halt nur schwer Geschäfte machen.“

Unterluggauer war so etwa gerade mit seinem Freund, dem Lesachtaler Manfred Guggenberger auf Skitouren in Kirgisistan unterwegs, als er aus der Türkei angerufen wurde: „Die Türken haben einfach den Hubschrauber verkauft, mit dem ich zwei Monate später mit Kunden fliegen wollte.“ Doch statt zu verzweifeln, begann der Lesachtaler alles neu zu organisieren. Dann verständigte er die Kunden, die ihre Reise prompt umbuchten.

Die Folge: „Heuer im Februar war ich jetzt bereits das neunte Mal mit Skifahrern zum Heliskiing in Zentralasien unterwegs.“ Genau gesagt in Kirgisistan, ein Staat, der sich selbst in dieser Zeit sehr verändert hat. Doch bevor Unterluggauer, der für seine Heliski-Reisen nur auf das Know-How erfahrener, österreichischer Bergführer setzt, seine Gäste am internationalen Flughafen in der kirgisischen Hauptstadt Bishkek begrüßen kann, braucht es immer sehr viel Organisation.

„Mittlerweile ist es allerdings auch schon leichter geworden, weil ich über ein gut funktionierendes Netzwerk verfüge.“ Dazu zählt vor allem Bekkul Dzhekshenkulov, der für den Lesachtaler als Dolmetsch fungiert.

„Bekkul verwahrt auch meine Ausrüstung, also die Skier sowie die gesamte Lawinen-Notfallausrüstung inklusive Airbag-Rucksäcke“, erklärt Unterlugger: „Sicherheit geht vor.“ Und das passt, denn die Kunden wollen das Heliskiing unbeschwert genießen und sorglos über unverspurte Tiefschneehänge gleiten.

 Ddafür ist das Tian Shan-Gebirge mit seinen mehr als 7000 Meter hohen Gipfeln ideal. Und es ist nicht nur die Höhe, sondern es sind auch die endlosen Weiten, die das Herz des Sportlers höher schlagen lassen.

 Das „Taxi“ in die Berge ist ein gemieteter Mi8-Helikopter der kirgisischen Armee - der meistproduzierte Hubschrauber weltweit -, der vom erfahrenen Piloten Sergej pilotiert wird. Die Vorfreude wächst und nach einer kurzen Sicherheitsbelehrung beginnt das Abenteuer. Wunderschön verschneit zieht die Landschaft am runden Bordfenster vorbei und die 18 Passagiere können es kaum erwarten, die ersten Schwünge in den kirgisischen Schnee zu setzen. Selbst die erfahrenen Guides Martin Himly, Stefan Hofer und Andi Staudacher sind begeistert. Drei Stunden dauert’s, bis das Kerosin im Tank langsam zur Neige geht und wir zurück zum Landeplatz müssen. Ganz anders als in Kanada liegt dieser nicht irgendwo, sondern direkt am Rande der Hauptstadt Bischkek.

Unterluggauer: „Mich hat die Kultur fremder Länder immer schon interessiert, wie etwa die Geschichten rund um den mythischen kirgisischen Volkshelden Manas oder die zentralasiatische Küche.“ Und so sind die Heliski-Reisen mit Peter mehr als „nur“ Skifahren und Hubschrauberfliegen, sie sind ein Eintauchen in fremde Welten, das Kennenlernen fremder Kulturen. Ein Abenteuer mit sehr hohen „Wiederholungs-Sehnsuchtsfaktor“.

Hannes Wallner
Hannes Wallner
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