Fr, 14. Dezember 2018

Start fürs Gartenjahr

08.04.2018 08:00

Karl Ploberger gibt Tipps: Ein Garten wie früher!

Das Summen der Bienen in einer Blumenwiese, das Glucksen eines Wiesenbaches und hinter dem Zaun der Gemüsegarten für knackig frische Vitamine. Alles ist auch heute noch möglich - wenn man mit und nicht gegen die Natur gartelt!

Als ich vor mehr als 50 Jahren („Oh mein Gott, wie die Zeit vergeht!“) als kleiner Bub das Garteln entdeckt habe, dachte ich nie daran, dass das einmal mein Hauptberuf wird. Ist es eigentlich auch nicht - nach wie vor ist es mein Hobby. Und daher sind die Tausenden Kilometer, die ich Jahr für Jahr unterwegs bin, keine Belastung, sondern es ist eine große Freude, dass nun so viele Menschen ohne Chemie und ohne Gift biologisch gärtnern.

Mit dem Buch „Der Biogarten“ von Marieluise Kreuter (sie hieß wirklich so!) hat alles begonnen. Sie war für mit die „Päpstin“, die zu einer Zeit das Biogärtnern populär machte, als man über Biobauern und ökologischen Landbau lächelte. Die Zeiten sind aber andere geworden. Waren es früher nur ein paar „Spinner“, so ist daraus eine breite Bewegung geworden. Dank „Natur im Garten“ sind heute - so schätzt man - gut 80 Prozent (!) der privaten Küchengärten chemiefrei. Gedüngt wird mit organischem Dünger, Kompost - Pestizide sind verpönt!

Vor 30 Jahren habe ich als „Gartenjournalist“ begonnen, mein erstes Buch kam vor knapp 20 Jahren in die Buchhandlungen. Mit dem „Garten für intelligente Faule“ - heute bereits knapp 300.000-mal verkauft, entstand eine breite Bewegung. Hätte ich damals von Insektenhotels erzählt, hätte man mich für verrückt erklärt, heute ist es für viele Menschen aber von großer Bedeutung, die Natur in den Garten zu holen.

Bienenschutz steht ganz oben auf der Beliebtheitsskala
Daher habe ich auch ein Kapitel im „Krone“-Gartenmagazin „Gartenlust“ den Bienen und den Insekten im Allgemeinen gewidmet. Man muss sich vorstellen, dass in den letzten Jahrzehnten die Zahl der Insekten um unglaubliche 80 Prozent zurückgegangen ist. Daher sind auch neben den Insektenhotels die Pflanzen, die in einem Garten wachsen, sehr wichtig. Offene Blüten, bei denen man die Staubgefäße sieht, sind für alle Insekten von großer Bedeutung.

Blühpflanzen
Im zeitigen Frühjahr sind Bienen auf sehr frühe Blühpflanzen angewiesen. Dazu zählen unter den Gehölzen Kornelkirsche oder Dirndlstrauch, die Salweide, unser „Palmkätzchen“, Blutjohannisbeere, Felsenbirne, Schlehe und auch alle Beerensträucher und Obstbäume.
Unter den Stauden und Zwiebelblumen sind Krokus, Lungenkraut, Steinkraut, Traubenhyazinthe und Vergissmeinnicht zu nennen. Wegen der langen Blütezeit sind Gänseblümchen und Tausendschön für Bienen interessant.

Sommer- und Herbstblüher als wichtige Nahrungsquelle
Wenn nach dem Frühling das Blütenangebot in der Natur abnimmt, werden die Sommerblüher im Garten und auf dem Balkon zur wichtigen Nahrungsquelle. Dazu zählen Lavendel, Fächerblume, Vanilleblume, Salbeiarten, Lobelien und viele mehr, aber auch blühende Kräuter wie Thymian, Bohnenkraut und Majoran. Den ganzen Sommer über attraktiv sind die blauen Blütenkugeln der Kugeldistel. Sie bieten reichlich Nektar und Pollen, ebenso Fackellilien, Margeriten und einfach blühende Rosen. Als wertvolle Herbstblüher sind Sonnenhut, Phlox, Blutweiderich, Astern, Dahlien, Fetthenne, Goldrute, Sonnenbraut und Herbstanemone gute Nektarquellen.

Wer ein 5*-Insektenhotel im Garten aufstellt, der sollte neben den passenden Pflanzen (der „Hotelgarten“) auch an das „Spa“ denken, denn erst dann wird den Bienen der Platz gefallen. Ein Teich mit einem flachen Kiesufer ist beispielsweise ideal für die Bienen, damit sie dort Wasser trinken können. Oder eine Vogeltränke, bei der regelmäßig das Wasser gewechselt wird. Das Wichtigste, bei all den Maßnahmen die man setzt, für uns Menschen besteht praktisch keine Gefahr. Wild- und Solitärbienen leben, wie der Name schon sagt, alleine. Sie verteidigen daher keinen Bau, wie das Wespen tun. Im Übrigen ist bei den meisten der Stachel so schwach ausgebildet, dass er nicht einmal die menschliche Haut durchbohren kann. Interessant aber ist es, diese Tiere zu beobachten, wenn sie nach und nach die Bohrungen im Insektenhaus mit Nektar, Pollenpaketen und natürlich den frischen Eiern füllen.

Vielfalt ist keine Frage der Größe
Ist ein Garten so angelegt, dann darf natürlich auch an den eigenen Gusto gedacht werden. Kräuter, Obst, Beeren und schließlich Gemüse in allen möglichen Sorten dürfen nicht fehlen. Und weil nicht jeder einen Garten hat - auch auf dem Balkon und der Terrasse lässt sich garteln. Ein Garten von mir war einmal im 4. Stock und nur eineinhalb Quadratmeter groß! Und trotzdem gab es Kräuter, Salate, Tomaten und sogar Orangen. Vielfalt ist keine Frage der Größe. So ist es heute - so war es damals.

Karl Ploberger, Kronen Zeitung

Das neue „Krone“-Gartenmagazin
Das „Krone“-Gartenmagazin begleitet durchs Gartenjahr. Ein Kalender gibt passend für jede Region die besten Tipps fürs biologische Gärtnern „im Takt der Natur“. Neben ausführlichen Ratschlägen für Gemüse- und Kräutergärten sind viele Tipps für die Blütenvielfalt auf Balkon und Terrasse zu finden. Biogärtner Karl Ploberger beantwortet Gartenfragen und stellt sein neuestes Buch vor. „Gartenlust und Küchenzauber“ hat er mit seiner Tochter Karoline geschrieben. Es enthält, passend zur Saison, einfache Rezepte, einige sind auch im Magazin.

100 Seiten kompaktes Wissen, Expertentipps sowie zahlreiche Bilder ab sofort in allen Trafiken und im ausgewählten Handel um 4,90 Euro erhältlich. Abonnenten erhalten das Magazin um 3,90 Euro statt 4,90 Euro versandkostenfrei zugesandt. Bestellungen auf www.kronebonuscard.at oder tel. unter 05 7060-777.

 

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