Fachwelt entsetzt

Geplantes Kraftwerk bei Telfs zerstört Tierwelt und Fluss

Tirol
01.10.2009 18:48
Mit eindringlichen Worten haben Gewässerexperten und die Umweltorganisation WWF am Donnerstag davor gewarnt, in den Mieminger und Rietzer Innauen bei Telfs ein Laufkraftwerk zu errichten. Dies würde eine der letzten intakten Flusslandschaften des Landes zerstören und hätte dramatische Auswirkungen auf die Artenvielfalt.

Ein winziges Tierchen, der seltene Kurzflügelkäfer, gerät nun ins Zentrum der Debatten über das geplante Laufkraftwerk in Telfs: Den Betreibern zufolge ist der Mini-Käfer so ziemlich das Einzige, was den Kraftwerksplänen im Wege steht.

Das stellten am Donnerstag WWF, Limnologe Roland Psenner und Gerhard Tarmann (Tiroler Landesmuseen) entschieden in Abrede. "Gegen das Kraftwerk sprechen nicht nur eindeutige Gesetze, sondern die einfache Tatsache, dass wir es hier mit den letzten Resten einer natürlichen Flusslandschaft zu tun haben, mit einer dementsprechenden Artenvielfalt."

"Lügen haben kurze Flügel"
Die Kraftwerksbetreiber hingegen argumentieren, dass ihr Projekt den Inn insgesamt sogar positiv verändern würde. "Das Gegenteil ist der Fall. Eine Unterbrechung des Fluss-Kontinuums beeinträchtigt nicht nur die dort lebenden Tiere und Pflanzen, sondern bedeutet eine massive Störung des gesamten Gewässersystems. Alle Abwässer ungeklärt in den Inn einzuleiten, macht diesen weniger kaputt als ein Laufkraftwerk", erklärte Psenner. Das Projekt mache aus einem Gebirgsfluss einen langsam fließenden See. Begleiterscheinung sei das Aussterben seltener Tierarten. 500 seien bereits verschwunden in den letzten 150 Jahren, sagte Tarmann.

Nicole Schreyer vom WWF forderte die Betreiber auf, die Naturwerte des Standortes nicht klein zu reden, "denn Lügen haben kurze Flügel", erklärte sie.

von Philipp Neuner, Tiroler Krone

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