Die meisten Unfälle bei Nebel passieren im Richtungsverkehr "durch Auffahren oder Abkommen von der Straße", sagte Marion Seidenberger, Verkehrspsychologin des ÖAMTC. Im Nebel werde besonders häufig die Geschwindigkeit und der Abstand zum Vordermann unterschätzt, so die Expertin.
Ein Viertel aller Nebelunfälle ereigneten sich im Vorjahr im Oktober (92 Unfälle), gefolgt von Jänner (75), November (71), Dezember (54) und Februar (18). Am stärksten betroffen sind die Bundesländer Oberösterreich (100 Unfälle), gefolgt von Niederösterreich (97), Steiermark (55), Kärnten (34), Burgenland und Kärnten mit jeweils 15 Unfällen, Wien (13), Vorarlberg (7) und Tirol (8).
Man fährt schneller, als man tatsächlich sieht
Das Hauptproblem beim Fahren im Nebel ist, dass man meist schneller fährt, als man tatsächlich sieht, sagte Gerhard Blümel, Fahrtechnikexperte des ÖAMTC. "Aus Unsicherheit orientieren sich viele Autofahrer bei dichtem Nebel zu sehr an den Rücklichtern des Vordermanns und 'hängen sich an'. Dabei unterschreiten sie oft den erforderlichen Abstand", weiß Blümel.
Mit Hilfe der Sekunden-Methode kann man Entfernungen besser einschätzen und Abstände überprüfen. "Meter kann man nur schwer schätzen, Sekunden hingegen schon", sagte Blümel. Bei Nebel gilt: "Die Sichtweite ausloten, einen Fixpunkt anvisieren und bis dorthin zählen. Wenn ich 90 km/h fahre und vier Sekunden bis zum Fixpunkt brauche, dann passt es." Vorausgesetzt, die Fahrbahn ist trocken.
Grundsätzlich gilt: Bei trockener Fahrbahn beträgt der Bremsweg bei einer Geschwindigkeit zwischen 30 und 60 Kilometern pro Stunde 54 Meter (drei Sekunden), bis 90 km/h ist der Anhalteweg 108 Meter lang, was vier Sekunden entspricht. Kommt Nässe dazu, ist der Bremsweg doppelt so lang, man fährt um ein Drittel langsamer, daher wird die Durchfahrzeit des Anhalteweges um eine Sekunde länger, bei Schnee wird diese doppelt so lang, bei Eis um ein Vierfaches.
Tempo, Sicht und Abstand beachten
Die Tipps der Verkehrsexperten: runter vom Gas, Abblendlicht einschalten und Abstand halten. Besondere Vorsicht ist beim Links-Abbiegen gegeben, Überholvorgänge sollte man unterlassen.









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