Mi, 18. Juli 2018

Leichen eingemauert

22.01.2018 20:39

Ehepaar in Bayern getötet: Sohn und Frau in Haft

Ein als vermisst geltendes Ehepaar aus Schnaittach nahe Nürnberg in Bayern ist vermutlich vom eigenen Sohn und dessen Ehefrau getötet worden. Die Polizei fand am Montag eine männliche und eine weibliche Leiche auf dem Grundstück des Paars - eingemauert in einem Nebengebäude der Garage. Des gemeinschaftlichen Mordes verdächtig sind laut Oberstaatsanwältin der 25 Jahre alte Sohn der Eheleute sowie dessen 22-jährige Ehefrau.

"Wir sind überzeugt, dass es sich um das vermisste Ehepaar handelt", sagte der mittelfränkische Polizeipräsident Johann Rast. Die beiden Verdächtigen waren in der Früh von Spezialkräften festgenommen worden. Bei der anschließenden Durchsuchung des Hauses, in dem sowohl das vermisste Ehepaar als auch der Sohn und dessen Frau lebten, fanden die Ermittler am Nachmittag die Leichen der 66 Jahre alten Frau sowie ihres 70-jährigen Ehemanns. Sie waren in einem Nebengebäude der Garage eingemauert, sagte Rast.

Schwiegertochter streitet ab, Sohn schweigt
Zur Todesursache machte die Staatsanwaltschaft zunächst keine Angaben, weil die Leichen noch obduziert werden müssen. Auch zum Motiv könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Die 22-Jährige bestreite, an der Tat beteiligt gewesen zu sein, der 25-Jährige habe bisher keine Angaben gemacht. Die Getöteten waren seit Mitte Dezember des Vorjahres nicht mehr gesehen worden, ihr Sohn hatte sie Ende Dezember als vermisst gemeldet.

Zunächst habe der Sohn angegeben, dass seine Eltern Verwandte besuchen wollten. Sie hätten viel Gepäck und Bargeld mitgenommen, was für ihn auf eine längere Abwesenheit hingedeutet habe. Nachdem sie nicht zurückgekommen seien und er sie auch nicht auf dem Handy erreichen habe können, habe er sie als vermisst gemeldet. Auch im Fernsehen startete der 25-Jährige einen Vermisstenaufruf.

Im Lauf der Ermittlungen habe er sich jedoch in "immer mehr Widersprüche" verwickelt, sagte Kriminaloberrätin Cora Miguletz, die Leiterin der Polizeiinspektion in Schwabach. Auch einen Arzttermin nahm die 66-Jährige nicht mehr wahr. Weihnachten und die Hochzeit des jungen Paars fanden Ende Dezember ohne die Eltern statt. Laut Polizeipräsident Rast war die 66-Jährige gegen die Beziehung ihres Sohnes zu der 22-Jährigen.

"Massive Reinigungs- und Renovierungsarbeiten"
In der Wohnung der Eltern fanden laut Miguletz "massive Reinigungs- und Renovierungsarbeiten" statt, die nicht fachmännisch ausgeführt worden seien, sondern "eher den Eindruck erweckten, als ob hier Spuren beseitigt werden sollten". In einer Montagegrube in der Garage, die "laienhaft zubetoniert" worden sei, fand die Polizei viel Beweismaterial, wie Rast sagte - unter anderem das angebliche Reisegepäck der Eheleute.

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