Mo, 17. Dezember 2018

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10.01.2018 08:10

Die Abspeck-Sprechstunde für Hund und Katze

"Sir Henry" weiß, was jetzt kommt. Widerstandslos wackelt er zur Waage und lässt sich daraufplumpsen. 9,3 Kilogramm wiegt der zwölf Jahre alte Mops. "Sir Henry" hat Übergewicht. Was drollig anzusehen sein mag, ist ein ernstes Problem. Die Medizinische Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität in München hat deshalb eine spezielle Sprechstunde für besorgte Tierbesitzer eingerichtet.

Nach Angaben der Klinik handelt es sich um Deutschlands erste klinische Sprechstunde zu Fettleibigkeit (Adipositas) von Hunden und Katzen. Übergewicht schadet Haustieren genauso wie Menschen. Immer mehr Hunde, Katzen und Kaninchen sind zu dick. Fast die Hälfte von ihnen hat Übergewicht, schätzt der deutsche Bundesverband Praktizierender Tierärzte. Die Tendenz sei steigend.

Tiere übergewichtiger als vor 50 Jahren
Nach Angaben des Instituts für Tierernährung, Ernährungsschäden und Diätetik an der Universität Leipzig werden für die Industrieländer Mitteleuropas mittlerweile rund 40 Prozent der Hunde und Katzen als übergewichtig eingeschätzt. "Man geht davon aus, dass heutzutage von den in Haushalten lebenden Hunden und Katzen circa 20 bis 30 Prozent mehr von Übergewicht betroffen sind als noch vor 50 Jahren", sagte Cornelia Rückert, Mitarbeiterin am Institut.

Fettleibigkeit kostet Lebensjahre
Übergewicht erhöht auch bei Tieren das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf- und Gelenkerkrankungen. Katzen, die sich wegen ihres fülligen Körpers nicht mehr putzen können, bekommen häufig Blasenentzündungen. Bis zu zwei Jahre Lebenszeit kann Übergewicht ein Tier kosten - und so muss auch der drollige "Sir Henry" auf Diät. 

Zu wenig Auslauf und zu viele Leckerlis
Viele Besitzer meinen es gut mit ihren Vierbeinern. Liebe geht eben durch den Magen. Andere versuchten, mit Leckerli ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen, weil Hund oder Katze nicht genug Auslauf bekommen, meinte Astrid Behr vom Tierärzteverband. "Alle Tiere brauchen Auslauf, auch Wohnungskatzen." Doch wenn Herrl oder Frauerl den ganzen Tag arbeiten, seien sie häufig zu erschöpft, um noch Jagdspiele mit dem Stubentiger zu veranstalten. Der bekomme dann zu fressen - bewege sich aber nicht und verbrauche keine Energie.

Modernste Ernährungsmedizin
Ernährungsexpertin Kölle berechnet mit Hilfe eines Computerprogramms, wie viele Nährstoffe ein Tier braucht. Dann legt sie mit den Haltern einen Abnehmplan fest. Eine Maßnahme sei, kalorienarmes Futter selbst zu kochen. Eine andere, das gewohnte Futter um die Hälfte zu reduzieren und dann beispielsweise mit Zellulose-Pulver anzureichern, damit es sättigt. Als dritte Möglichkeit kommen Diätfuttermittel infrage - also Light-Produkte. Dabei sei allerdings Vorsicht geboten: Das kalorienarme Futter einer Produktlinie sei nicht zwingend das kalorienärmste Futter auf dem Markt, sagte Kölle.

"Man darf sich nicht erweichen lassen"
Im Idealfall legt ein Tier gar nicht erst so viel Gewicht zu, dass es besonderer Näpfe oder Diät-Futters bedarf. Das heißt: standhaft bleiben, auch wenn die Katze den Türrahmen zerkratzt - wohlwissend, was sie damit erreicht - oder der Hund aus großen, treuen Augen aufblickt. "Man sollte das Futter rationieren und darf sich nicht erweichen lassen", sagte Astrid Behr vom Tierärzteverband.

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