Rennen eröffnet

Ahmadinejad bewirbt sich um zweite Amtszeit

Ausland
09.05.2009 14:08
Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat offiziell seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl am 12. Juni erklärt. Auch seine beiden wichtigsten Herausforderer aus dem moderaten politischen Lager, der frühere Regierungschef Mir Hossein Moussavi und der ehemalige Parlamentspräsident Mehdi Karroubi, ließen sich am Samstag als Bewerber für das Präsidentenamt registrieren.

Nach Meinungsumfragen, deren Aussagekraft jedoch begrenzt ist, liegt Ahmadinejad derzeit deutlich vorn. Nach Ansicht von Beobachtern dürfte die Wahlbeteiligung eine wichtige Rolle spielen. Noch nicht abzusehen ist, wie viele Protestwähler, die mit der wirtschaftlichen Lage unzufrieden sind, an die Wahlurnen gehen werden.

Der ultra-konservative Ahmadinejad kündigte nach seiner Registrierung am Freitag in Teheran an, er werde keine Wahlkampagne starten und habe auch kein Wahlkampf-Hauptquartier. Als Amtsinhaber hat er im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern allerdings Zugang zu den staatlich kontrollierten Medien und damit zu Millionen von Wählern.

"Keine Notwendigkeit, sich Länder zu Feinden zu machen"
Moussavi und Karroubi bekräftigten unterdessen ihre Kritik an der Wirtschafts- und Außenpolitik Ahmadinejads. "Wir sollten nach besseren Wegen der Kommunikation mit der Welt suchen", sagte Moussavi, der von 1981 bis 1989 Regierungschef war. Es gebe keine Notwendigkeit, sich sämtliche Länder zu Feinden zu machen. 

Der 1937 geborene, moderate Geistliche Karroubi begründete seine Kandidatur mit der Erfordernis eines Wandels in allen Politikfeldern des islamischen Staates. Ahmadinejad steht unter anderem wegen seiner unnachgiebigen Haltung im Atomstreit mit dem Westen und seinen anti-israelischen Äußerungen international in der Kritik.

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