Belegschaft empört

Statt Gehaltsverzicht Sondergage für Chefs

Steiermark
03.04.2009 10:24
Bei Magna in Graz ist das Häferl wegen eines kanadischen Zeitungsberichts am Überkochen. Demnach habe sich das Management Ausgleichszahlungen genehmigt, während die Mitarbeiter freiwilligen Gehaltsverzicht üben sollen. Für den Steirer Siegfried Wolf etwa gibt's heuer stattliche 4,2 Millionen Dollar "Anpassung".

Die "Nebengeräusche" machen bei den Gagen der Magna-Spitzen den größten Teil aus. Erfolgsabhängig, natürlich. Doch die Krise hat auch die Aktien in den Keller geschickt. Umso verwunderlicher jetzt, was der "Toronto Star" berichtet. 

Chefs kassieren zusätzlich Millionen
Man habe das Bonussystem für Führungskräfte umgestellt, über ein "adjustment" (Anpassung) gebe es für die Konzernchefs Don Walker und Siegfried Wolf für 2008 um 2,8 Millionen, für 2008 sogar 4,2 Millionen Dollar mehr.

"Der Bericht stimmt so nicht", kommentiert Konzernsprecher Daniel Witzani, "die Chefs haben auf 56 Prozent ihrer Gage verzichtet." 

Belegschaft empört
Was die steirische Belegschaft dennoch so empört, ist, dass der Konzernlenker die Mitarbeiter zum "freiwilligen Gehaltsverzicht" in der Höhe von fünf bis 20 Prozent bewegen wollte. Die Meldungen hätten zu einem abrupten Abbruch der Solidaritätskundgebungen geführt, ist aus dem Werk zu hören.

Das "Steirerkrone"-Interview mit Magna-Angestellten-Betriebsrat Pepper findest du in der Infobox!

"Eine Frechheit! Die genehmigen sich Sonderzahlungen, und wir fürchten die Kündigung, falls wir nicht 'freiwillig' auf einen Teil unseres Gehalts verzichten!", erzählt etwa eine 40-jährige Angestellte (eine von 3.500 Betroffenen) der "Krone"...

von Gerhard Felbinger und Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"
Symbolbild

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