Do, 13. Dezember 2018

Tschad-Mission

09.02.2009 13:47

Verlängerung bis Ende 2009 fix

Schwer bewaffnete Krieger, Schüsse aus dem Hinterhalt, plündernde Räuberbanden und dazu noch eine lebensfeindliche Natur - der Tschad-Einsatz ist für Österreichs Heeres-Soldaten nicht nur jeden Tag aufs Neue lebensgefährlich, er ist auch eine Kostenfalle. Da die eigentlich am 15. März auslaufende Mission bis Jahresende verlängert wurde, kommen für diesen Zeitraum noch zehn Millionen Euro an Kosten hinzu.

Die Soldaten im Tschad haben schon alles erleben und überleben müssen. Sie wurden beschossen, mussten gegen Sandstürme und wilde Regengüsse ankämpfen, Moskito-Attacken und Rebellenangriffe abwehren. 160 Männer und Frauen halten in Zentralafrika die Stellung, am 15. März sollte das lebensgefährliche Abenteuer endlich ein Ende haben.

Neues "Ablaufdatum": Dezember 2009
Doch die Mission wird verlängert, noch im Februar soll der offizielle politische Beschluss folgen. Neues "Ablaufdatum" für unsere Einheit: 31. Dezember 2009. Aus dem EUFOR- wird dann ein UNO-Einsatz. Einzige merkbare Veränderung: Die Truppe in der unwirtlichen Wüste wird auf etwa 110 Soldaten reduziert.

"19 Millionen Euro wurden bislang ausgegeben", erklärt Darabos-Sprecher Stefan Hirsch zu den Kosten des Tschad-Einsatzes. Für einen hochrangigen Sicherheitsanalytiker vom Heer, der anonym bleiben möchte, ist diese Summe viel zu niedrig. Er kommt auf 50 Millionen Euro für die Tschad-Rechnung. Hirsch dazu: "Die kolportierte Zahl ist weit von der Realität entfernt und entbehrt jeder Grundlage."

Zehn Millionen Euro Mehrkosten wegen Verlängerung
In einem sind sich Minister Darabos und der Analytiker jedoch einig: Die Verlängerung bis Jahresende bringt neue Kosten von etwa zehn Millionen Euro. Zusätzliches, nicht eingeplantes Geld für Ausrüstung, Verpflegung, Sold (gerade die Auslandszulage macht die Expedition für die Soldaten überhaupt finanziell erstrebenswert), Waffen etc.

Leichter wird es für die Österreicher im Krisengebiet nicht. Die Situation in Darfur eskaliert weiter. Und hinter vorgehaltener Hand wird beim Heer bereits gemunkelt, dass auch 2010 mit dem Einsatz noch nicht Schluss sein soll.

Michael Pommer und Gregor Brandl, Kronen Zeitung, und krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Kuriose Szene
Verhinderte Ronaldo ein Tor von Mitspieler Dybala?
Fußball International
Lokalaugenschein:
So sicher sind unsere Christkindlmärkte
Österreich
Bekannte meldeten sich
Bewusstlos geprügelter Friseur kennt Täternamen
Oberösterreich
Türkis-Blau zögert
Attacke auf Arbeiterkammer vorerst abgeblasen
Österreich
„Mitleidsloses Opfer“
Fox: Deshalb teilt sie ihre #MeToo-Story nicht
Video Stars & Society
Brutale Königsklasse
Rot-Orgie: Wöber-Grätsche und Müller-Kung-Fu
Fußball International
Hier das Party-Video
Rapid: 12.000 Rangers-Fans feiern Euro-Hit in Wien
Fußball International
Rot für Wöber
Tor-Show! Bayern vergeben Sieg, holen aber Platz 1
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.