Fr, 20. Juli 2018

Tschad-Mission

09.02.2009 13:47

Verlängerung bis Ende 2009 fix

Schwer bewaffnete Krieger, Schüsse aus dem Hinterhalt, plündernde Räuberbanden und dazu noch eine lebensfeindliche Natur - der Tschad-Einsatz ist für Österreichs Heeres-Soldaten nicht nur jeden Tag aufs Neue lebensgefährlich, er ist auch eine Kostenfalle. Da die eigentlich am 15. März auslaufende Mission bis Jahresende verlängert wurde, kommen für diesen Zeitraum noch zehn Millionen Euro an Kosten hinzu.

Die Soldaten im Tschad haben schon alles erleben und überleben müssen. Sie wurden beschossen, mussten gegen Sandstürme und wilde Regengüsse ankämpfen, Moskito-Attacken und Rebellenangriffe abwehren. 160 Männer und Frauen halten in Zentralafrika die Stellung, am 15. März sollte das lebensgefährliche Abenteuer endlich ein Ende haben.

Neues "Ablaufdatum": Dezember 2009
Doch die Mission wird verlängert, noch im Februar soll der offizielle politische Beschluss folgen. Neues "Ablaufdatum" für unsere Einheit: 31. Dezember 2009. Aus dem EUFOR- wird dann ein UNO-Einsatz. Einzige merkbare Veränderung: Die Truppe in der unwirtlichen Wüste wird auf etwa 110 Soldaten reduziert.

"19 Millionen Euro wurden bislang ausgegeben", erklärt Darabos-Sprecher Stefan Hirsch zu den Kosten des Tschad-Einsatzes. Für einen hochrangigen Sicherheitsanalytiker vom Heer, der anonym bleiben möchte, ist diese Summe viel zu niedrig. Er kommt auf 50 Millionen Euro für die Tschad-Rechnung. Hirsch dazu: "Die kolportierte Zahl ist weit von der Realität entfernt und entbehrt jeder Grundlage."

Zehn Millionen Euro Mehrkosten wegen Verlängerung
In einem sind sich Minister Darabos und der Analytiker jedoch einig: Die Verlängerung bis Jahresende bringt neue Kosten von etwa zehn Millionen Euro. Zusätzliches, nicht eingeplantes Geld für Ausrüstung, Verpflegung, Sold (gerade die Auslandszulage macht die Expedition für die Soldaten überhaupt finanziell erstrebenswert), Waffen etc.

Leichter wird es für die Österreicher im Krisengebiet nicht. Die Situation in Darfur eskaliert weiter. Und hinter vorgehaltener Hand wird beim Heer bereits gemunkelt, dass auch 2010 mit dem Einsatz noch nicht Schluss sein soll.

Michael Pommer und Gregor Brandl, Kronen Zeitung, und krone.at

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