Bei Sanierungsarbeiten der 46 Meter langen Brücke über die Mur bohrte der Arbeiter Wolfgang Graf aus Mühldorf im Mölltal in den Beton. Plötzlich ein ohrenbetäubender Lärm, viel Staub, dann Totenstille: "Ich hab nix gehört und nix gesehen und nicht gewusst, was da passiert ist. 'Is schon gut, es wird schon wieder', hat mein Kollege, der Markus Gradenegger, gesagt. Dann war schon der Arzt da."
Patrone aus dem Wasser
Wolfgang Graf hatte eine scharfe Patrone aufgebohrt - sechs Zentimeter lang, einen Zentimeter dick, Kaliber 7,62 mm. Viele solcher Patronen waren 1945 von der Wehrmacht in der
Mur entsorgt worden. Beim Brückenbau wurde Flussschotter verwendet, und dabei gelangte zumindest eine Patrone in den Beton.
Etliche Betonsplitter im Körper
Nicht zuletzt dank seiner Schutzbrille kam Wolfgang Graf glimpflich davon: "In meinen Augen war Gott sei Dank nur Staub. Im Körper hab' ich etliche Betonsplitter gehabt." Der Kärntner wird am Mittwoch wieder aus dem Spital entlassen - sehr zur Freude seiner Frau Heike, die am Unglückstag 44 wurde: "Mein Mann wird wieder ganz gesund - das ist mein schönstes Geschenk!"
von Manfred Niederl, "Steirerkrone"
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