Sa, 18. August 2018

Schon wieder

23.10.2008 15:30

AKW Temelin meldet die nächste Panne

Drei Tage nach der Panne im ersten Block des südböhmischen Atomkraftwerks Temelin hat das Kraftwerk am Donnerstag auch einen Mangel in Block 2 gemeldet. Wie Temelin-Sprecher Marek Svitak mitteilte, werde der Reaktorblock zu Mitternacht vom Netz genommen und die Leistung auf 15 Prozent gesenkt. Man müsse eine Reparatur der Ölleitung zu den Regulierungs-Ventilen durchführen. Die Reparatur sollte 16 Stunden dauern.

Am Montag war eine Panne im ersten Reaktorblock gemeldet worden (siehe Infobox). Bei den Tests im ersten Block, die nach einer planmäßigen zweieinhalbmonatigen Pause folgten, wurde ein Problem an dem Durchfluss-Teil eines Niederdruck-Teiles der Turbine festgestellt. Der erste Block war planmäßig seit Ende Juli außer Betrieb. Die angekündigte Abschaltung der Turbine von Block 2 bedeutet, dass Temelin ab Mitternacht keinen Strom liefern wird.

Aus Oberösterreich hat es am Donnerstag auf die neuerliche Panne in Temelin empörte Reaktionen gehagelt. Die Turbinen seien offenbar am Ende, kritisierte der oberösterreichische Anti-Atom-Beauftragte Radko Pavlovec in einer Presseaussendung. "Die Informationen des Betreibers, die bekannten Vibrationsprobleme völlig unter Kontrolle gebracht zu haben, waren anscheinend falsch", so Pavlovec weiter. Die häufigen Ausfälle würden die Temelin-Betreiber bereits mehrere Milliarden Kronen (1 Milliarde Tschechische Kronen sind umgerechnet 39,2 Millionen Euro) kosten, rechnete er vor.

Hoffen auf dauerhaften Schaden
Der FPÖ-Klubobmann im oberösterreichischen Landtag, Günther Steinkellner, ergänzte: "und hoffentlich bleibt die Temelin-Turbine weiter ausgeschaltet." Die Hoffnung auf einen dauerhaften mechanischen Schaden der Turbinen des Atomkraftwerkes Temelin lebe. Die CEZ als Betreiber habe aber offenbar noch nicht genug wirtschaftlichen Schaden durch die ständigen Ausfälle und Stillstände dieses Atomkraftwerks erlitten. Er kritisierte die bisherige Untätigkeit der österreichischen Bundesregierung in dieser Angelegenheit.

"Von Panne zu Panne"
"Temelin rumpelt von Panne zu Panne", kritisierte die Plattform atomstopp_oberoesterreich in einer Aussendung. Sie appellierte erneut an die Bundesregierung, auf die "offenen Sicherheitsmängel" im AKW hinzuweisen und eine "lückenlose Behebung" einzufordern. Diese sei im Melker Abkommen aus dem Jahr 2001 von Tschechien zugesichert worden, so die Plattform. Für das Anti Atom Komitee verlangte Manfred Doppler, Umweltminister Josef Pröll (ÖVP) müsse jetzt sofort handeln und dürfe nicht mehr länger zusehen. "Wir fordern eine Einstellung des Betriebes, bis die Turbinenprobleme gelöst sind", hieß es in einer Presseaussendung. Alles andere sei ein unkalkulierbares Risiko für die Bevölkerung.

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