21.09.2008 23:14 |

"Milch-Razzien"

Gesundheitsministerium lässt Milchimporte prüfen

Das Gesundheitsministerium in Österreich reagiert jetzt auf den Milchskandal in China, der die ganze Welt erschüttert. Wie berichtet, versuchten asiatische Hersteller Babynahrung mit einer Chemikalie zu strecken: Vier Säuglinge starben, 13.000 Kinder erkrankten. Hierzulande beginnen ab Montag bundesweite Kontrollen.
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Im Detail werden von den Behörden derzeit alle China-Importe durchleuchtet. Bisheriges Ergebnis: Zumindest über offizielle Wege sind keine kontaminierten Milchprodukte oder verunreinigten Pulver aus dem asiatischen Raum nach Österreich geliefert worden. Aber: "Man kann nicht ausschließen, dass solche Waren über illegale Kanäle in unser Land gelangt sind", erklärt Ulrich Herzog vom Gesundheitsministerium. Die Kuhmilch vom heimischen Bauern oder die Joghurts aus österreichischen Molkereien können also auch weiterhin bedenkenlos konsumiert werden.

Bundesweite Kontrollen im Handel
Trotzdem startet das Ministerium ab Montag mit einer groß angelegten und bundesweiten Testreihe im Handel. "Vor allem aber einschlägige Geschäfte und Restaurants, wie Asia-Shops oder China-Lokale, werden genau unter die Lupe genommen", so Ulrich Herzog weiter. 250 Mitarbeiter der Lebensmittelaufsicht sollen besonders Nahrungsergänzungsmittel überprüfen und auch an Ort und Stelle Kontrollen vornehmen. "Es geht ja beim chinesischen Milchpulverskandal darum, dass mit den Chemikalien Proteingehaltsfälschungen betrieben werden", erläuterte Herzog den Fokus auf Fitnessstudios und Nahrungsergänzungsmittel-Shops und betont, dass es sich um eine reine Vorsorgemaßnahme handle. "Es gibt keinen Hinweis, dass chinesisches Milchpulver nach Österreich gekommen ist."

Konkret geht es um die chemische Stickstoffverbindung Melamin, die auch zur Produktion von Kunstharz verwendet wird und bei den chinesischen Milchprodukten einen höheren Proteingehalt verdünnter Milch vortäuschen sollte. Doch diese Gifte können speziell die Zellen der Nieren schädigen.

Import von Milchpulver aus China seit 2002 untersagt
Die französische EU-Ratspräsidentschaft in Paris hatte bereits am Samstag mitgeteilt, dass bisher keine chinesische Milch in Europa entdeckt worden ist. Der Import chinesischer Milchprodukte sei seit 2002 untersagt, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung mehrerer betroffener Ministerien.

Regelmäßige Tests bei Kindernahrung
Angst vor verseuchter Babymilch muss hierzulande keine Mutter haben. Säuglingsnahrung wird regelmäßig untersucht und verunreinigte oder verdorbene Produkte sofort aus dem Verkehr gezogen.

Von Michael Pommer, Kronen Zeitung und krone.at

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