Bernadette Schild
Foto: GEPA

Jetzt ist der historische Pleitenstart zum Greifen

12.12.2016, 09:51

Müde! Ja, das hatte Mikaela Shiffrin nach ihrem sechten Rang im Riesentorlauf von Sestriere am Samstag behauptet. Na bumm: Dann hat sie sich auf Sonntag aber richtig ausgeschlafen! Im Slalom feierte sie ihren 23. Weltcupsieg mit über einer Sekunde Vorsprung. Die ÖSV- Girls? Die Fortschritte sind da, aber leider kleine.

Nun ist der zweitschlechteste Saisonstart der ÖSV- Damen in der Weltcup- Geschichte Tatsache. Im Dezember 1984 gab es im neunten Rennen in der Abfahrt von Santa Caterina einen Dreifach- Sieg (Kirchler vor Vitzthum und Gutensohn) - diesmal brachte Saison- Rennen Nummer 9 einen Top- 10- Platz durch Bernadette Schild. Das Podium blieb erneut in weiter Ferne.

Ganz im Gegenteil zum allerschlechtesten Saison- Beginn in 50 Jahren Weltcup: 1980/81 gelang der Sprung aufs Stockerl erst nach Silvester, Conny Pröll gewann im elften Rennen die Abfahrt von Pfronten. Vielleicht können die Speed- Mädels am Wochenende in Val d’Isère den Bann brechen - im Slalom war die große Trendwende ja kaum zu erwarten gewesen. Das ist die absolute Problemzone im Damen- Team, mit mehr als kleinen Fortschritten ist da nicht zu rechnen.

Vorwärts im Schneckentempo

Aber die zumindest gab es: Bernadette Schild kam wie in Killington in die Top 10 ("Ich bin noch nicht so mutig, dass ich mich auf mein Können verlasse"), Katharina Truppe war im ersten Lauf bei der ersten Zwischenzeit um 33 Hundertstel schneller als Shiffrin, legte dann aber zwei Böcke ein ("Das muss ich abstellen"), und die Namenskolleginnen Gallhuber und Huber schafften ihr bestes Saison- Resultat.

Es geht vorwärts, wenn auch im Schneckentempo. Nicht nach Val d’IsèreDie Sieger- Welt einer Shiffrin ist für die ÖSV- Mädels derzeit ein anderer Planet. In einem Weltcup- Slalom geschlagen wurde die Amerikanerin zuletzt vor fast zwei Jahren (Flachau, 31. 1. 2015 - 3.), seither feierte sie bei elf Starts ebenso viele Siege! Und das, obwohl sie müde ist und  Val d’Isère auslassen will.

Kronen Zeitung

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