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03.12.2016 - 21:52
Foto: thinkstockphotos.de (Symbolbild)

Zu wenige Hirsche für Wildzeit in Oberösterreich

04.10.2016, 09:55

Herbst ist Wildzeit. Doch in Oberösterreich gibt es zu wenige Bauern, um den Bedarf zu decken. "65 Prozent kommen aus dem Ausland, meist aus Neuseeland, vom anderen Ende der Welt", ärgert sich Landwirtschaftkammer- Präsident Franz Reisecker. 562 Bauern mit Wildhaltung gibt es in Oberösterreich, eine davon ist Bernadette Watzenböck aus Prambachkirchen, die jetzt Damhirsche statt Kühen hat.

13.000 Stück Rot- , Dam- , Sika- und Muffelwild leben in Oberösterreich. Bernadette Watzenböck vermarktet Damwild ab Hof.

"Krone": Sie hatten früher Mutterkuhhaltung und haben ab 2011 auf Damwild umgestellt. Was hat sich verändert?
Bernadette Watzenböck: Die Lebensqualität hat sich deutlich verbessert. Allein schon, dass ich in der Früh nicht mehr in den Stall muss oder dass wir auch eine Woche auf Urlaub fahren können. Und ich habe meinen Arbeitsplatz daheim.

"Krone": Das heißt, der Aufwand ist viel geringer geworden.
Watzenböck: Man muss schon jeden Tag nach den Tieren sehen, aber eigentlich brauchen sie außer im Winter kein zusätzliches Futter. Medikamente werden ohnehin nicht eingesetzt, und die Nachzucht regelt sich natürlich.

"Krone": Die Vermarktung passiert direkt ab Hof?
Watzenböck: Mein Mann erlegt die Tiere im Gatter, dann werden sie vom Tierarzt begutachtet und zerlegt. Ich gebe auch Wildbret- Kochkurse.

"Krone": Ist es möglich, von der Wildtierzucht zu leben?
Watzenböck: Ich arbeite sicher nicht umsonst, aber für den Vollerwerb bräuchte man eine ganz andere Größe. In Oberösterreich sind alle Kollegen im Nebenerwerb. Aber es ist eine tolle Möglichkeit, auch Ungunstlagen, wie etwa Hänge, zu bewirtschaften.

"Krone": Es gibt also Potenzial.
Watzenböck: Wir glauben, dass eine Verdopplung der Betriebe leicht möglich wäre.

"Krone": Wenn man im Lokal Wild bestellt - woher kommt das?
Watzenböck: Wirte bekommen schon viel von der Jägerschaft, und einige haben Kontakt zu heimischen Züchtern. Aber das allermeiste ist Importware, denn so viel Rücken oder Filet wie angeboten wird, können wir nie produzieren.

04.10.2016, 09:55
MS, Kronen Zeitung/red
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