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11.12.2016 - 11:56
Tierschützer Michael Aufhauser
Foto: APA/Barbara Gindl

Michael Aufhauser über ein etwas anderes Silvester

03.01.2014, 08:49
Gut Aiderbichl gibt es seit zwölf Jahren. Weit mehr als 5.000 gerettete Tiere leben auf 25 Gütern und Höfen. Der Gründer Michael Aufhauser weiß wie kein anderer um die Angst der Tiere in der Silvesternacht. Er selbst lebt im Stadtteil Parsch in Salzburg mit einer großen Hunde- und Katzenfamilie. Schon im Vorfeld bittet er jedes Jahr zu Silvester, auf die Haustiere Rücksicht zu nehmen, und die Tierbesitzer darum, zu Hause zu bleiben, wenn mit den unzähligen Böllerschüssen begonnen wird.

"Krone": Was war an diesem Silvester anders für Sie und Ihre Tiere?
Michael Aufhauser: Vor Mitternacht schießen sich die Feuerwerk- Liebhaber in der Nachbarschaft gewissermaßen ein. Manche meiner besonders netten Nachbarn entwickeln ein Talent zu regelrechten Sprengmeistern. Gassi im Garten ab 18 Uhr ist nur mit Hunden möglich, die besonders starke Nerven haben.

"Krone": Da blieb Ihnen, wie jedes Jahr, nur die Flucht nach Henndorf auf Ihr Gut Aiderbichl?
Aufhauser: Eigentlich wollte ich einmal versuchen, daheim zu bleiben. Mit lautem Fernseher, umgeben von meinen Hunden. Doch die Schüsse übertönten alles, was im Fernsehen zu sehen war. Sogar den Stadl. Beim sechsten Hund, der unter meine Bettdecke kriechen wollte, zog ich mich an und machte mich mit allen auf den Weg nach Henndorf, ins gelobte Land. Die Autofahrt stört die Hunde nicht, das beruhigt sie eher.

"Krone": Macht Sie das nicht traurig, dass es in Ihrem Leben kein Feuerwerk und kein Anstoßen mehr gibt?
Aufhauser: Zum Anstoßen später! Erst einmal legte sich ein schwerer Nebel auf Salzburg und ich konnte die vielen Menschen, die zu Anhöhen strömten, um das mitternächtliche Feuerwerk zu sehen, nur schemenhaft wahrnehmen. Wirklich fern jeglicher Wehmut. Feuerwerke haben mich nur als Kind fasziniert. Jetzt will ich einfach bei den Tieren sein. Viele von ihnen haben furchtbare Angst. Als ich in Henndorf ankam, musste ich feststellen, dass auch dort zum Tal hin scharf geschossen wurde.

Die vielen Stallungen waren verschlossen und genügend Nachtwächter und Tierpfleger vor Ort. Aber ich konnte nicht hierbleiben wie in den früheren Jahren. Insbesondere für meine betagte spanische Jagdhündin "Lucy" wäre es auch auf Gut Aiderbichl ein Albtraum gewesen. So machte ich mich mit zwei Autos, unserem Geschäftsführer Dieter Ehrengruber und Hundepfleger Stefan Falkensteiner mit all den Hunden, die bei Schüssen Todesängste haben, wieder auf den Weg. Mit meinen eigenen Hunden waren es insgesamt dreißig, mit denen wir nach Oberösterreich fuhren. In einen tiefen Wald, wo es nahe Mattighofen ebenfalls ein Gut Aiderbichl gibt. Unterwegs wünschten wir uns ein frohes Neues und jeder nahm einen Schluck aus einem mitgebrachten Piccolo.

"Krone": Und in Oberösterreich war weniger los?
Aufhauser: Dort, wo wir hinfuhren, war es still. Zum Höhepunkt des Abends wurde eine große aufgelassene Kiesgrube, mitten im Wald! Da konnten wir alle Hunde aus dem Auto lassen. Über uns ein völlig freier Himmel mit dem Schönsten, was diese Welt zu bieten hat: die Sterne und das Firmament. Sie sorgten bestens für eine Silvesterstimmung der besonderen Art. Unsere Autos beleuchteten die improvisierte Auslauffläche. Das war spannend für die Hunde, und keiner hatte mehr Angst.

"Krone": Und wie endete Ihr ungewöhnlicher Silvesterabend?
Aufhauser: Um drei Uhr kamen wir wieder zu Hause an. Ein kurzes Gassi war vorgesehen, aber da ließ ein Nachzügler den neuesten Kracher "La Bomba" detonieren. Wie aufgereiht saßen meine vierbeinigen Silvestergäste plötzlich vor der Haustüre, und wir verkrochen uns wieder. Daheim warteten die Katzen mit der Haushälterin. Für Katze "Micky" und Hündchen "Tobi" war es ein Tag wie jeder andere. Sie sind von Geburt an taub und haben sich höchstens gewundert, dass die Nacht diesmal etwas kürzer ausgefallen ist.

03.01.2014, 08:49
Kronen Zeitung/red
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