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23.02.2017 - 20:40
Foto: dpa/Julian Stratenschulte (Symbolbild)

Das sind häufige Fehler bei der Pferdehaltung

29.08.2014, 09:48
Margit H. Zeitler-Feicht ist Pferdehaltungsexpertin und viel beachtete Fachautorin. Zum Jahrestag des Österreichischen Pferdeschutzverbandes stellte sie einen ihrer Fachvorträge über moderne Pferdehaltung zur Verfügung und klärte über die Vor- und Nachteile von Boxen- und Gruppenhaltung der Vierbeiner auf.

Laut Expertin Margit H. Zeitler- Feicht hat jede Haltungsform für Pferde Vor- und Nachteile. Sowohl die Gruppen- als auch die Einzelhaltung lasse sich jedoch über bauliche und insbesondere über die richtigen Managementmaßnahmen tiergerecht gestalten. "Es liegt an uns, dies zu tun und dieses Wissen weiter zu verbreiten, zum Wohle unserer Pferde", so die Pferdefreundin.

Auch Gruppenhaltung will gut durchdacht sein

Sogar die Gruppenhaltung im Freien kann unter bestimmten Umständen nicht mehr tiergerecht sein. "Und das ist leider in der Praxis nicht selten. Doch richtig gemanagt, bei ausreichend Fläche und guter Konzeption, können Pferde im Offenlaufstall mit getrennten Funktionsbereichen pferdegerecht leben", so Zeitler- Feicht. Sie konnte in mehreren Studien nachweisen, dass bei gut geführten Gruppenhaltungen kaum Drohgesten zu beobachten sind und das Risiko für gefährliche Verletzungen durch Hinterhandschlag gering ist.

Die häufigsten Fehler bei der Pferdehaltung in Gruppen seien demnach:

  1. Zu wenig Platz: Je größer das Platzangebot im Auslauf- , Liege- und Fressbereich ist, desto leichter können rangniedrige Tiere ausweichen und desto weniger Auseinandersetzungen finden statt. Ab 100 Quadratmeter Auslauffläche pro Pferd sollten eingeplant werden. Wichtig ist zudem die Trennung in Funktionsbereiche zum Ruhen, Fressen und Auslaufen.
  2. Konzeptionsfehler: Es dürfen keine Engpässe und Sackgassen vorhanden sein. Sackgassen sind laut Zeitler- Feicht sogar tierschutzrelevant, da sie keinen Fluchtweg mehr offen lassen, wodurch gefährliche Situationen provoziert werden.
  3. Mangelnde Kenntnisse: Oberstes Gebot bei der Gruppenhaltung ist, dass der Betreiber sich mit Pferden und ihrem Verhalten sehr gut auskennt und das nötige Fingerspitzengefühl hat, problematische Situationen schon im Vorfeld zu erkennen.
  4. Managementfehler: Dazu gehören Fehler bei der Eingliederung von Neuzugängen, die Zusammenstellen von Pferden, die sich nicht miteinander vertragen, das Nichterkennen von Benachteiligungen einzelner Tiere, rationierte Fütterung bei zu wenigen Fressplätzen, ein einziger Witterungsschutz für zu viele Pferde oder eine enge, unübersichtliche Liegehalle, die von ranghohen Tieren blockiert wird.

Expertin: Reine Boxenhaltung "nicht artgemäß"

Sollte für das Pferd nur Boxenhaltung möglich sein, muss man diese so weit wie möglich artgemäß gestalten. "Denn sie steht per se im Widerspruch zum angeborenen Verhalten der Pferde", erklärt Margit H. Zeitler- Feicht. Eine Möglichkeit ist die offene Gestaltung der Boxenfrontseite oder ein stets geöffnetes Außenfenster, damit die Pferde am Geschehen in ihrem Haltungsumfeld teilnehmen den Sozialkontakt zu ihren Stallgenossen verbessern können. Täglich muss den Tieren zudem ein mehrstündiger Koppelgang im Sozialverbund ermöglicht werden.

29.08.2014, 09:48
red
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