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08.12.2016 - 12:33
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Auch dein Liebling kann Probleme mit den Zähnen haben

11.03.2011, 16:55
Nicht nur wir Menschen haben mitunter Zahnprobleme – auch unsere vierbeinigen Lieblinge bleiben davon nicht verschont. Oft werden Schwierigkeiten mit den Kauwerkzeugen erst zufällig vom Tierarzt entdeckt.

Wie du den Leidensweg der Vierbeiner verkürzen kannst, liest du im folgenden Interview von Tierärztin Dr. Herta Puttner mit Mag. Matthias Schweda, Tieruniversität Wien.

Puttner: Warum bemerken Tierbesitzer oft lange Zeit nicht, dass der Hund oder die Katze Zahnschmerzen hat?
Schweda: Tiere zeigen Schmerzen im Maulbereich fast nie an, obwohl die nervliche Versorgung ähnlich wie beim Menschen ist. Also müssten eigentlich auch die Beschwerden gleich sein. Selbst für mich als Spezialisten für Zahnheilkunde ist es daher bemerkenswert, dass Tiere nur selten klagen.

Puttner: Aber es muss doch trotzdem irgendwelche Hinweise auf Zahnschmerzen geben!
Schweda: Bei Katzen kann es sein, dass ihnen beim Fressversuch das Futter aus dem Maul fällt oder sie davonlaufen. Hunde hingegen fressen auch trotz Schmerzen lange weiter. Grund: Hunde setzen das Einstellen der Nahrungsaufnahme mit Sterben gleich. Außerdem neigen diese Tiere dazu, zu schlingen, also nur wenig zu kauen. Ein Hinweis: Hunde mit Zahnweh können stärker speicheln, manchmal sogar blutig. Irgendwann ist das Allgemeinbefinden beeinträchtigt. Den Besitzern fällt auf, dass die Hunde ruhiger und inaktiver geworden sind, dass sie zum Beispiel Ballspiele verweigern. Allerdings wird das bei betagteren Hunde gerne auf das Alter geschoben.

Puttner: Welche deutlichen Symptome können auftreten?
Schweda: Bei Hunden können mitunter Abszesse der Wurzelspitzen auftreten. Diese verursachen Schwellungen, meist unterhalb des Auges. Leider werden die Tiere selbst dann häufig erst so spät zum Arzt gebracht, dass bereits Eiter ausfließt.

Puttner: Manche Hunde stinken heftig aus dem Maul. Ist das krankhaft?
Schweda: Bestimmte Erkrankungen können Mundgeruch hervorrufen – wie beim Menschen. Meistens aber liegt die Ursache im Zahnstein. Dort leben Bakterien, die übelriechende Substanzen bilden. Zähneputzen hilft ebenso wie Produkte zum Kauen.

Puttner: Wie pflegt man richtig?
Schweda: Abwechselnd einen Tag Zähneputzen, einen Tag Zahnpflegesticks kauen lassen. Zähneputzen entfernt die Beläge (Plaques), die Kauprodukte verlangsamen die Bildung von Zahnstein, weil sie das Kalzium im Speichel binden. Gummiknochen haben diese Wirkung nicht.

Puttner: Noch weitere gute Tipps?
Schweda: Schon mit den Welpen die Manipulation am Maul üben. Immer wieder die Lefzen hochheben, ins Maul schauen und über die Schnauze streichen. Den Vierbeiner beim Fressen beobachten, um verändertes Verhalten frühzeitig festzustellen. Auf Schwellungen im Gesicht achten. Und nie die eigene, gebrauchte Zahnbürste für den Hund verwenden! Dadurch kann nämlich Karies vom Menschen auf das Tier übertragen werden!

Die wichtigsten Zahnpflegetipps für Hund & Katze:

  • Zweimal jährliche Kontrolle beim Tierarzt!
  • Spezielle, chlorhexidinhaltige Pasten für Hunde und Katzen verwenden, aber keine Produkte für Menschen!
  • Nur weiche Bürsten kaufen.
  • Anfangs mit dem Putzen nicht bei den Schneidezähnen beginnen, da diese besonders empfindlich sind. Besser an den Backenzähnen starten.
  • Vor allem die Außenflächen säubern – an den Innenseiten bildet sich weniger Zahnstein.
  • Die Bürste in einem Winkel von 45 Grad zur Zahnoberfläche halten und kreisend putzen.
  • Den Zahnhals nicht vergessen!
  • Für Katzen braucht man besonders kleine, weiche Bürsten (Fachhandel, Tierarzt). Eine neue Kinderzahnbürste, deren Borsten man zur Hälfte wegschneidet, reicht auch. Wenig Druck ausüben und nur die Zähne putzen, nicht die Zwischenräume.

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