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16.01.2017 - 16:11
Foto: EPA

Jagdpilot muss sich auf Belgiens Thron bewähren

17.07.2013, 15:30
Der künftige König der Belgier, der 53 Jahre alte Prinz Philippe, wird sich auf dem Thron erst den Respekt erarbeiten müssen, den sein Vater genießt. Zwar hat der ausgebildete Jagdpilot die Rolle des "Enfant terrible" seinem jüngeren Bruder Laurent überlassen. Doch ist er nicht so beliebt wie sein am Sonntag aus dem Amt scheidender Vater Albert II. Das könnte schon im kommenden Jahr eine schwere Hypothek sein, wenn die Monarchie im Wahlkampf neue politische Angriffe aus Flandern über sich ergehen lassen muss.

Philippe war ein schüchternes Kind, seine Eltern ließen ihn und seine beiden Geschwister oft bei befreundeten Familien oder vertrauten sie der Obhut von Fahrern oder Gärtnern am Hofe an. Auch heute geht Philippe nicht so auf die Menschen zu wie Albert, in der Öffentlichkeit wirkte er in den vergangenen Jahren oft gehemmt.

Auch bei seinem ersten Auftritt nach Alberts Ankündigung, am Nationalfeiertag am 21. Juli abzutreten, blieb er wortkarg. Er sei sich seiner Verantwortung "sehr bewusst" und werde sich weiter mit ganzem Herzen engagieren, sagte der 53- Jährige vor zwei Wochen in Antwerpen.

Philippe muss in Flandern punkten

Dabei wird er vor allem in Flandern punkten müssen. Denn die Flamen achten das Königshaus weniger als die französischsprachigen Belgier, die in der Wallonie leben und auch in der Hauptstadt Brüssel die Mehrheit stellen. Seit den vergangenen Wahlen ist die Neu- Flämische Allianz stärkste Partei des Landes - sie will auf lange Sicht die Autonomie ihres wirtschaftlich stärkeren Landesteils durchsetzen. Damit wäre das althergebrachte Königreich am Ende.

Philippes Rolle erstreckt sich auf "die großen Herausforderungen" seiner Zeit, darunter "den Dialog zwischen den belgischen Gemeinschaften", heißt es in einer vom Palast herausgegebenen Biografie des Prinzen. Wie er diese Rolle meistern wird, ist offen.

Ausgebildeter Jagdpilot und Soldat

Bisher erwarb er Meriten vor allem beim Militär und als Brückenbauer für die belgische Wirtschaft. Philippe wurde als Jagdpilot und Kommandosoldat ausgebildet. Bei mehreren Dutzend Reisen in alle Welt führte er belgische Wirtschaftsdelegationen an. Nach dem Geschmack vieler Flamen ließ sein diplomatisches Geschick in der Vergangenheit jedoch manchmal zu wünschen übrig. Ein Tabu schien gebrochen, als Philippe Unabhängigkeitsbestrebungen in Flandern kritisierte: Das Gebot der politischen Neutralität sei verletzt, hieß es.

Das Königshaus soll eigentlich über den politischen Lagern und Sprachgruppen stehen. Deshalb halten die Monarchen auch alle Reden auf Französisch und Niederländisch - und fügen aus Rücksicht auf die deutschsprachige Minderheit stets auch einige Sätze auf Deutsch ein. Philippe zur Seite steht Prinzessin Mathilde. Die 40- jährige adelige Logopädin und Psychologin engagiert sich laut ihrer offiziellen Biografie für sozial Schwache, sammelte Erfahrungen zum Beispiel "in den benachteiligten Vororten Kairos".

Feuerprobe im kommenden Wahljahr

Seine Feuerprobe wird das Paar, das gemeinsam vier Kinder hat, aber in Belgien bestehen müssen, und zwar womöglich schon bald. Im kommenden Mai soll in Belgien ein neues Parlament gewählt werden. Für den Wahlkampf wird mit einem neuen Aufflammen der verbalen Angriffe aus Flandern auf Belgiens politisches System gerechnet. Philippe muss ganze Arbeit leisten, wenn er einer Premiere den Weg ebnen will: Sein ältestes Kind ist die 2001 geborene Elisabeth - sie wäre der Thronfolge nach einst die erste Königin der Belgier.

17.07.2013, 15:30
AG/red
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