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06.12.2016 - 11:18
Foto: EPA

"Conchita Wurst: Backstage" blickt hinter den Bart

16.09.2014, 12:27
Mit "Conchita Wurst: Backstage" ist am Dienstag erstmals ein biografisches Werk über Tom Neuwirth und seine Kunstfigur erschienen, das - wie der Titel schon verrät - einen Blick hinter die Kulissen gewährt. Die beiden Autoren Irving Wolther und Mario R. Lackner sprachen mit den Menschen im Umfeld und untersuchten das "Phänomen selbst - politisch, wissenschaftlich und gesellschaftlich".

Das 185 Seiten starke Buch führt den Leser nach einem Ausflug in die Geschichte des Eurovision Song Contests und den mehr oder weniger erfolgreichen österreichischen Beiträgen in das künstlerische Leben des Tom Neuwirth. Die Autoren lassen den Pfarrer seiner obersteirischen Heimatgemeinde Bad Mitterndorf vom frühen Talent des aufgeweckten Burschen erzählen. Der Geistliche beweist Weltoffenheit, wenngleich die katholische Kirche eine differenziertere Position zu Homosexualität einnimmt: "Wichtig ist, den Menschen in seiner persönlichen Entfaltung zu fördern. Es war in Tom angelegt, er hat sich persönlich entfaltet. Vor 50 Jahren hat man zu Linkshändern gesagt, dass die Linke die 'schiache', schmutzige Hand sei. Wir haben als Gesellschaft dazugelernt."

Während man vom Pfarrer schon zuvor öfter in Medienberichten Amüsantes über den wohl größten Sohn - oder doch wohl "Tochter" - Bad Mitterndorfs und sein Alter Ego Conchita gelesen und gehört hatte, sind die Einblicke etwa von Siegessong- Co- Texter Alexander "Ali" Zuckowski neu: Er habe erst Conchita Wurst "googeln" müssen, "dann fiel mir ein Song ein, den wir vor Jahren geschrieben hatten. Ursprünglich für ein anderes Projekt, das dann aber nicht zustande kam. Wir dachten immer, mit dem Song wird noch einmal etwas Tolles passieren, aber es muss der richtige Moment und der richtige Künstler kommen. Und da waren sie dann." Vier Jahre lang war "Rise Like a Phoenix" in der Schublade gelegen.

Spannungsfeld zwischen Mann und Frau

Das Buch befasst sich auch mit dem Spannungsfeld zwischen Mann und Frau, vereint in Conchita Wurst, und die Autoren finden dafür nicht minder spannende Wortspiele: "Die Kunstfigur braucht den Körper von Tom Neuwirth, um ihr Showleben als Diva mit Bart führen zu können; er braucht wiederum sie, um diesem Part seiner Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen." Untermauert werden die Zeilen mit teils wissenschaftlichen Erkenntnissen oder jahrelanger Erfahrung im "unbarmherzigen Business", in dem sich Tom seinen Traum in seiner Rolle als Mann nicht erfüllen habe können.

Gewichtige Teile nehmen auch die Worte über Manager Rene Berto und die Auswahl von Conchitas Songs ein, aber auch die Zeiten von Castingshows wie "Starmania" und der "Reality- Ausrutscher" bei "Wild Girls" im deutschen Privatfernsehen gehören in das Buch. Zu lesen sind zudem viele sowohl positive als auch negative Internetpostings, die immer wieder untergestreut sind.

Wenn man will, ließe sich die Geschichte vom Sieg in Kopenhagen zynisch lesen: "Eine Geschichte der brillanten Inszenierung und der meisterhaften Manipulation von Emotionen. Eine Geschichte, in der Komponisten, Texter, Produzenten, Weggefährten und Freunde nur als Manövriermasse für den eigenen Erfolg benutzt werden - in einer kapitalistischen Marktlogik, die kaum noch Wertschätzung für Poeten, Musiker und Visionäre kennt. Eine Geschichte, die sich in den Medienfabriken dieser Welt Tag für Tag mit vielen hoffnungsvollen Talenten wiederholt, die für ein bisschen Erfolg ihre Seele an den Teufel verkaufen und am Ende keine Erlösung finden. Wer die Geschichte von Conchita Wurst so liest, der hat den Menschen dahinter nicht verstanden."

Den beiden Autoren gelingt es zwar, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, doch Fans werden so manche Inhalte und Zitate bereits kennen. Fans, die sich persönliche Worte der Sängerin oder des jungen Mannes, der in Realität in ihr steckt, in dem biografischen Werk wünschen, werden enttäuscht, denn derartige Wortspenden konnten Wolther und Lackner nur aus diversen Medien entnehmen. Dennoch gab es laut dem Verlag Edition Innsalz bereits vergangene Woche rund 5.000 Vorbestellungen.

16.09.2014, 12:27
AG/red
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