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Reichelt: "Keine Weltuntergangs- Stimmung" im Team

16.12.2016, 08:34

Wie Hannes Reichelt im "Krone"- Interview die Pleiten beurteilt - und warum er ein Comeback- Wunder für möglich hält...

"Krone": Hannes, mit deinen elf Weltcupsiegen bist du der erfolgreichste Läufer im aktuellen österreichischen Speedteam, also sozusagen der Kapitän: Wie sehr ärgert dich mit dem Abstand von knapp zwei Wochen das enttäuschende Abschneiden des gesamten Teams in den ersten Speedrennen?
Hannes Reichelt: Was heißt ärgern? Natürlich schaut das Bild entsetzlich aus. Aber die Platzierungen waren in Val d'Isère großteils schlechter als die Leistungen. Und zumindest ich selbst bin nach der Rückenoperation im September nicht dort hingefahren, um Rennen zu gewinnen. Sondern um ein paar Schritte nach vorne zu machen. Das ist gelungen.

"Krone": Es ist also jetzt nicht so, dass teamintern ständig die Fetzen fliegen, weil einer dem anderen die Schuld am schlechten Abschneiden gibt?
Reichelt: Nein, keineswegs. Die Stimmung bei uns ist jetzt deshalb nicht nach Weltuntergang. Aber natürlich brennt nach solchen Resultaten in gewisser Hinsicht der Hut. Und es wurde auch sofort darauf reagiert. Die Spezialtrainings in Zauchensee oder Saalbach waren etwa wirklich gut. Und man sieht ja in den Trainings von Gröden auch eine deutliche Steigerung gegenüber Val d'Isère.

"Krone": Vor allem Matthias Mayer hat mit der Bestzeit bei der Rückkehr auf jene Strecke, auf der er vor einem Jahr so schwer gestürzt ist, total überrascht. Auch dich?
Reichelt: In dieser Form schon. Vor allem deshalb weil man den Eindruck hatte, dass er sogar noch Reserven gehabt hätte. Ich würde ihm wünschen, dass er hier gleich wieder in die absolute Weltspitze fährt. Und so, wie er drauf ist, halte ich das auch absolut für möglich. Im Super- G am Freitag genau wie dann in der Abfahrt.

"Krone": Und du selbst?
Reichelt: Im ersten Training bin ich bewusst zurückhaltend gefahren, das zweite war miserabel. Ich bin alles in allem erst wieder bei 80 Prozent. Und nur manchmal gelingt es mir, mehr herauszuholen.

"Krone": Du hattest 2014 eine schwere Rückenoperation, jetzt wieder eine und dazwischen noch den fürchterlichen Sturz in Kitzbühel. Andere sagen da in deinem Alter längst: Jetzt reicht's! War aufhören nie ein Thema?
Reichelt: Natürlich ist das ein Thema, wenn man schon wieder im Krankenhaus liegt. Aber ich spüre, dass ich noch das Potenzial habe, ganz vorne mitzumischen. Vom Körper her und vom Geist. Olympia 2018 wäre schon ein Ziel. Wenn alles passt, mache ich  auch nach dieser Saison weiter. Obwohl mich manche Dinge ärgern. Etwa dass ich wegen der neuen Nummernregel als derzeit Zehnter der Abfahrts- Weltrangliste im Training immer mit der 1 fahre. Das ist eine Frechheit!

Peter Frauneder, Kronen Zeitung

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